Politik Inland

Kuper in Auschwitz: Sorge um Jugend und Opfer-Dokumente

Landtagspräsident Kuper besucht gemeinsam mit Jugendlichen Auschwitz. Im Mittelpunkt: mahnende Erinnerung an den Holocaust und der Umgang mit Opfer-Dokumenten.

Von dpa

26.08.2026

Höchste Repräsentanten des Landes Nordrhein-Westfalen besuchen seit Jahrzehnten immer wieder das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Höchste Repräsentanten des Landes Nordrhein-Westfalen besuchen seit Jahrzehnten immer wieder das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Der Präsident des Düsseldorfer Landtags, André Kuper, tritt heute eine dreitägige Reise zum ehemaligen NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an. Gemeinsam mit drei Jugendgruppen will der protokollarisch höchste Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen die Erinnerung wachhalten an die Schrecken der Nazi-Herrschaft und des Holocaust.

Die internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Dort wird Kuper laut Reise-Programm des Landtags am Donnerstag auf junge Menschen aus Deutschland und Polen im Alter von 16 bis 25 Jahren treffen, die an einem Menschenrechtsprojekt teilnehmen.

Auf die Jugend kommt es an

„Es ist unsere Pflicht, unsere Geschichte zu bewahren - nicht nur als Erinnerung an das Vergangene, sondern als Mahnung für unsere Zukunft“, betonte Kuper vor seiner Abreise. „Und es ist unsere Pflicht, gerade jungen Menschen vor Augen zu führen, wozu totalitäre Regime bereit sind, zu welchen Gräueltaten Menschen aus ideologischen Gründen bereit sind.“ 

Hunderte persönliche Dokumente von NS-Opfern konnten dem privaten Handel entzogen werden. (Symbolbild)Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Hunderte persönliche Dokumente von NS-Opfern konnten dem privaten Handel entzogen werden. (Symbolbild)Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

© Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die nationalsozialistischen Verbrechen hätten nicht mit den Vernichtungslagern begonnen, mahnte Kuper. „Sie begannen mit Ausgrenzung, mit der Verächtlichmachung von Menschen und mit der schrittweisen Zerstörung demokratischer Institutionen.“

Lagerpostkarten und Täterbriefe

Der zweite Schwerpunkt der Reise gilt den mehr als 600 persönlichen Dokumenten von Holocaust-Opfern, die im Landtag kürzlich an Gedenkstätten und Archive übergeben worden waren. Deren ursprünglich geplante Versteigerung in Neuss hatte internationale Proteste ausgelöst. Die Dokumente - darunter Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld - waren von der Stiftung Auschwitz-Birkenau Anfang des Jahres aus der schließlich abgesagten Auktion treuhänderisch übernommen worden.

„Die Dokumente machen sichtbar, welches Leid die Opfer erlitten und von welchem Hass die Täter getrieben waren“, unterstrich der Landtagspräsident. „In Auschwitz möchte ich mir vor Ort ein Bild machen, welche Bedeutung Original-Dokumente für die Erforschung und Aufarbeitung des Holocaust und damit auch für die Geschichtsschreibung und Gedenkarbeit haben.“ Gerade heute gelte für junge Menschen mehr denn je: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gefahren der Gegenwart für Frieden und Freiheit erkennen.“

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