Politik Inland

Perspektive für kolumbianische Beschäftigte eines Heims

Sie wandten sich an die Politik und sammelten Zehntausende Unterschriften. Im Einsatz gegen die drohende Abschiebung von Beschäftigten hat ein niedersächsisches Heim nun einen Plan.

Von dpa

17.12.2024

Die Abschiebung von Beschäftigten eines Pflegeheims ist vorerst abgewendet. (Archivbild) Carsten Koall/dpa

Die Abschiebung von Beschäftigten eines Pflegeheims ist vorerst abgewendet. (Archivbild) Carsten Koall/dpa

© Carsten Koall/dpa

Für die von der Abschiebung bedrohten kolumbianischen Beschäftigten eines Pflegeheims im niedersächsischen Wilstedt gibt es eine Perspektive. Die Betroffenen werden im Haus Wilstedt eine Ausbildung machen, wie Heimbetreiber Tino Wohlmacher mitteilte. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Duldung während der Ausbildung

Demnach beginnen drei eine dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft mit Staatsexamen, fünf eine zweijährige Ausbildung als Pflegeassistent oder -assistentin und ein Beschäftigter als Koch. Das abgeschlossene Ingenieursstudium einer Mitarbeiterin soll zur Anerkennung eingereicht werden. Während der Ausbildungszeit sind die Beschäftigten geduldet und damit sicher vor einer Abschiebung. Für sie wurden zudem Anträge bei der Härtefallkommission gestellt, über die noch entschieden wird. 

Die Lage des Heims hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Wegen abgelehnter Asylanträge drohte den zehn Beschäftigten die Abschiebung. Die Leitung sah daraufhin den Betrieb der Einrichtung für demenzkranke Menschen in Gefahr. Um die Abschiebungen zu verhindern, verschickten Heimleitung, Belegschaft sowie Angehörige Schreiben an Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker. Zudem starteten sie eine Online-Petition, die bislang mehr als 85.000 Menschen unterzeichnet haben. 

Unterstützung des Bundesgesundheitsministers

In der vergangenen Woche übergaben Heimvertreter die Petition an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und trafen ihn zu einem Gespräch. „Ausländische Pflegekräfte sind bei uns mehr als willkommen, weil wir auf sie angewiesen sind und auch sehr gute Erfahrungen mit ihnen machen“, sagte der SPD-Politiker. „Ich werde daher alles möglich machen, was rechtlich erlaubt ist“, sagte der SPD-Politiker.

Karte
Das könnte Sie auch interessieren
Andrew könnte nun auch seinen Platz in der Thronfolge verlieren. (Archivbild)Toby Melville/Pool Reuters/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Regierung erwägt, Andrew aus Thronfolge zu streichen

Noch steht Andrew Mountbatten-Windsor an achter Stelle der Thronfolge im Vereinigten Königreich. Die britische Regierung könnte das ändern - und arbeitet an einem entsprechenden Gesetz.

Politik Inland

zur Merkliste

Was Großbritannien über den Andrew-Skandal denkt

Nach der Festnahme von Andrew diskutieren Britinnen und Briten über die Zukunft der Monarchie. Wie reagiert die Bevölkerung auf den Skandal um den Bruder des Königs und den Sexualstraftäter Epstein?