Politik Inland

Laschet will deutschen UN-Standort stärken

Die USA ziehen sich unter Präsident Trump aus der Finanzierung von UN-Organisationen zurück. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses sieht darin auch Chancen für Deutschland.

Von dpa

02.01.2026

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und frühere NRW-Ministerpräsdient Armin Laschet (CDU) wirbt für einen Teilumzug des UN-Entwicklungsprogrammes UNDP an den deutschen UN-Standort Bonn.Hannes P. Albert/dpa

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und frühere NRW-Ministerpräsdient Armin Laschet (CDU) wirbt für einen Teilumzug des UN-Entwicklungsprogrammes UNDP an den deutschen UN-Standort Bonn.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet, setzt sich für eine Teilverlagerung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, UNDP, nach Deutschland ein. Der UN-Standort Bonn habe sich bei den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie mit der Ausrichtung von Weltklimakonferenzen profiliert, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema Umwelt und Entwicklung am UN-Campus Bonn weiter profiliert und gestärkt wird.“

„Wir erleben im Moment eine Entwicklung, in der sich die USA aus vielen internationalen Institutionen politisch und finanziell zurückziehen“, sagte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Gleichzeitig gebe es einen hohen Bedarf an multilateralem Engagement und einer Stärkung der Vereinten Nationen (UN). Deutschland sei bereit, daran mitzuwirken. 

Er habe kürzlich mit dem neuen UNDP-Generalsekretär, dem früheren belgischen Premierminister Alexander De Croo, über eine solche teilweise Verlagerung gesprochen. Beim UN-Entwicklungsprogramm sei man „offen für mehr deutsches Engagement“, sagte Laschet.

UNDP-Hauptsitz ist New York. Daneben gibt es UNDP-Büros für einzelne Weltregionen - etwa Europa, ebenfalls in New York - sowie Repräsentationsbüros für einzelne Länder. Das Deutschland-Büro hat bereits seinen Sitz in Bonn und ein Außenbüro in Berlin.

Laschet begrüßte, dass nach intensiven Gesprächen zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Auswärtigen Amt im Bundeshaushalt 2026 Vorsorge für eine Entwicklung des UN-Campus Bonn getroffen wurde.

Bonn ist größter UN-Standort in Europa neben den Sitzen der Vereinten Nationen in Genf und Wien. Schon 1951 eröffnete ein Außenbüro des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) in Bonn

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags und frühere NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wirbt für den Ausbau des UN-Standortes Bonn.Thomas Banneyer/dpa

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags und frühere NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wirbt für den Ausbau des UN-Standortes Bonn.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Inzwischen sind mehr als 20 UN-Organisationen am zweiten Sitz der Bundesregierung vertreten. Das UN-Klimasekretariat (UNFCCC), das UN-Freiwilligenprogramm (UNV) und das Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) haben dort ihren weltweiten Hauptsitz.

Auch beim UN-Entwicklungsprogramm sei man an einer Reform interessiert, sagte Laschet. Er gehe zwar davon aus, dass der UNDP-Hauptsitz in New York bleiben werde. „Aber nicht jede einzelne Aktivität von UNDP in der Welt muss aus New York, dem teuersten Ort der Welt, koordiniert werden.“ Ziel müsse Effizienz für den Globalen Süden sein. 

Bereits zwei Mal haben am UN-Standort Bonn Weltklimakonferenzen stattgefunden.Christoph Driessen/dpa

Bereits zwei Mal haben am UN-Standort Bonn Weltklimakonferenzen stattgefunden.Christoph Driessen/dpa

© Christoph Driessen/dpa

Bonn habe den Vorteil, dass dort auch große UN-Konferenzen stattfinden könnten. So wurden 1999 und 2017 die Weltklimakonferenzen COP in Bonn organisiert. Ende 2001 fand auf dem Petersberg bei Bonn eine UN-Konferenz zur Zukunft Afghanistans statt. „Die Kapazitäten und das politische und wirtschaftliche Potenzial sind da, um so etwas auszurichten“, resümierte der Chef des Außenausschusses.

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