Politik Inland

„Hunderttausende Besucher“ - Land zufrieden mit NRW-Fest

Von Zartmann bis Philharmonie, von Polizei bis Wissenschaft: NRW zeigte an drei Tagen in Münster seine ganze Bandbreite. Das Wetter spielte weitgehend – bis auf ein paar Tropfen Regen – mit.

Von dpa

30.08.2026

Ein Ballon mit dem NRW-Landeswappen schwebt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80. Landesjubiläum während eines Regenschauers über dem Prinzipalmarkt in Münster.David Ebener/dpa

Ein Ballon mit dem NRW-Landeswappen schwebt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80. Landesjubiläum während eines Regenschauers über dem Prinzipalmarkt in Münster.David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Nach drei Tagen Bürgerfest mit zahlreichen Veranstaltungen auf zehn Bühnen haben das Land NRW und die Stadt Münster eine zufriedene Bilanz gezogen. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher seien dabei gewesen, „Stadt und Land haben sich von ihrer besten Seite gezeigt“, teilten die Organisatoren am Nachmittag mit. Bis zum Abend waren noch Veranstaltungen geplant. Den Abschluss sollte am Abend ein großes „Comedy Camp“ auf dem Domplatz markieren. 

Nordrhein-Westfalen feierte mit dem Großprogramm seinen 80. Landesgeburtstag. Am 23. August 1946 vor 80 Jahren wurde NRW aus der Taufe gehoben. 

In der Innenstadt von Münster präsentierten sich Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr, Tourismus, Kultur, Wissenschaft, Bundeswehr, Kirche und Unternehmen. Auch die Justiz und Landesverwaltung zeigten unter dem Motto „Demokratie und Vielfalt“ ihre Arbeit. 

Am Samstagmorgen eröffnete die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) am Aasee zusammen mit Landtagspräsident André Kuper und Münsters Oberbürgermeister Tilmann Fuchs (Grüne) den „NRW-Tag“. Auf den zehn Bühnen war neben zahlreichen Vertretern der Landesregierung auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) unterwegs.

Neubaur: Die Vielfalt zählt

Neubaur appellierte an die Besucher, sich für Meinungs- und Pressefreiheit, die Freiheit von Kunst und Kultur sowie gegen Diskriminierung und Rassismus einzusetzen. Das sei Demokratie und am Ende Grundlage allen wirtschaftlichen Erfolges. „Wir sind ein Land mit ganz unterschiedlichen Regionen, die auch ihre Unterschiede um Himmels willen behalten sollen. Aber wir in Nordrhein-Westfalen wissen, wenn es darauf ankommt, dann zählt eben nicht Einfalt, sondern dann zählt Vielfalt“, sagte sie.

Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) bei der Eröffnung des 80. Landesjubiläums in Münster.David Ebener/dpa

Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) bei der Eröffnung des 80. Landesjubiläums in Münster.David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Sie erinnerte an den Mut der Engländer nach dem Zweiten Weltkrieg, das Land NRW zu gründen, und sprach sich gegen die aus, die in die Zeit vor 80 Jahren zurückfallen wollten. Sie sprach von Rechtsextremen, die Angst und Verunsicherung vor Terror versprühen und mit „Lügen immer wieder behaupten, dass sie dieses Problem als Einzige erkennen und als Einzige das Problem auch wirklich benennen“. Oder sie benannte Islamisten, die versuchen, „uns als Gesellschaft auseinanderzutreiben“. 

Münster feiert: zum Auftakt des NRW-Tages mit einem Konzert auf dem Domplatz. David Ebener/dpa

Münster feiert: zum Auftakt des NRW-Tages mit einem Konzert auf dem Domplatz. David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Landtagspräsident: Wir stehen für einander ein

Landtagspräsident André Kuper (CDU) betonte: „80 Jahre Demokratie bedeuten 80 Jahre Zusammenhalt und Zuversicht in Nordrhein-Westfalen. Die Geschichte unseres Landes und unseres Parlaments zeigt: Wir finden Lösungen, akzeptieren einander und stehen in Krisen füreinander ein. Egal, ob Stadt oder Land: Leben und Leben lassen vereint uns.“ 

Landtagspräsident André Kuper (CDU, l.) bei der Eröffnung, rechts Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grüne).David Ebener/dpa

Landtagspräsident André Kuper (CDU, l.) bei der Eröffnung, rechts Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grüne).David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Wüst mit politischer Selbstkritik

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie schützen wir unsere Demokratie?“ im „WDR“-Stadtgespräch zeigte sich Wüst selbstkritisch. „Die Politik hat gerade in den letzten Jahren immer mehr versprochen als sie dann gehalten hat“, sagte der Ministerpräsident. Deshalb weniger Versprechen, mehr von dem machen, sagte Wüst. 

Ministerpräsident Hendrik Wüst (2.v.r.) äußerte sich auf einer Podiumsdiskussion. David Ebener/dpa

Ministerpräsident Hendrik Wüst (2.v.r.) äußerte sich auf einer Podiumsdiskussion. David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Stadtfest am Freitag

Den Auftakt zu den dreitägigen Feierlichkeiten gab es am Freitagabend mit dem Stadtfest „Münster mittendrin“. Neben anderen Stars stand der Deutschrapper Zartmann („Tau mich auf“) auf der Bühne vor dem Dom.

Der deutsche Indie-Rapper Zartmann tritt als Top Act von „Münster Mittendrin“ auf dem Domplatz auf. David Ebener/dpa

Der deutsche Indie-Rapper Zartmann tritt als Top Act von „Münster Mittendrin“ auf dem Domplatz auf. David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Sommerkonzert am Abend 

Weite Teile der Innenstadt um Dom, Prinzipalmarkt, Aasee und Schlossplatz waren für den Verkehr weiträumig abgesperrt. Am Samstagabend spielte die Philharmonie Südwestfalen beim Sommerkonzert der Landesregierung vor dem Hauptsitz der Univerwaltung auf dem Schlossplatz. Allein zu dieser Veranstaltung, die auch im WDR-Fernsehen übertragen wurde, kamen laut Mitteilung rund 7.000 Gäste.

Sonst meist auf Verbrecherjagd, diesmal mit „Spaßbrille“ - NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) beim Landesjubiläum in Münster. David Ebener/dpa

Sonst meist auf Verbrecherjagd, diesmal mit „Spaßbrille“ - NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) beim Landesjubiläum in Münster. David Ebener/dpa

© David Ebener/dpa

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Politik Inland

zur Merkliste

Mehr Öl für die USA - Trump und der Venezuela-Deal

Die USA nahmen Venezuelas langjährigen Staatschef Nicolás Maduro gefangen. Dann nahm Trump das Öl ins Visier. Jetzt gibt es einen Deal zu Ölfeldern - was werden die Folgen sein?

Politik Inland

zur Merkliste

Prien: Hohe Beteiligung bei „Demokratie leben!“

Für den Umbau des Förderprogramms hat die Familienministerin viel Kritik eingesteckt. Doch die CDU-Politikerin sieht sich bestätigt. Zugleich sagt sie: „Ich habe verstanden.“

Politik Inland

zur Merkliste

Wie das Bauen in NRW einfacher wird

Digitale Bauanträge, weniger Vorschriften, geringere Vermessungskosten: Was sich für Bauherren in NRW ab sofort ändert und wo Genehmigungen künftig entfallen.