Junge Menschen protestieren in NRW gegen Wehrdienst
Neuer Wehrdienst? Nein, danke! Wie in ganz Deutschland demonstrieren auch in vielen Städten in NRW Menschen gegen eine Wehrpflicht. In Düsseldorf gehen dafür nicht nur junge Menschen auf die Straße.
Auch in mehreren anderen Städten in NRW gingen zahlreiche junge Menschen auf die Straße.Celine Frohnapfel/dpa
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Mit Bannern und Rufen haben sich heute zahlreiche Menschen in der Düsseldorfer Innenstadt versammelt, um gegen das neue Wehrdienstgesetz zu demonstrieren. Dazu hatten die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ sowie mehrere Gewerkschaften, Organisationen und Parteien aufgerufen. Seit Ende 2025 hatte es bundesweit immer wieder Demonstrationen gegen das neue Wehrdienstgesetz gegeben.
In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens waren jeweils bis zu 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Demonstrationen angekündigt worden. In Bonn kamen laut Polizei schätzungsweise zwischenzeitlich rund 300 Teilnehmer zusammen, die Polizei in Düsseldorf sprach von insgesamt mehreren hundert Teilnehmenden bei zwei Veranstaltungen.
Bei manchen Demonstrationsteilnehmern in Düsseldorf blieb fraglich, wie viel der Schulstreik wirklich hilft. „Ich hab‘ ehrlich gesagt das Gefühl, dass es wenig bringen wird“, sagte die Schülerin Noa. Trotzdem finde sie es wichtig, an der Demonstration teilzunehmen – sich zu zeigen und seine Meinung zu sagen.
Junge Menschen ernst nehmen
Neben Schülern und Schülerinnen beteiligten sich auch Menschen anderer Altersklassen an der Demonstration. „Weil die Jugend recht hat“, begründete ein älterer Demonstrant seine Teilnahme.
Viele Jugendliche fühlen sich laut Bundesschülerkonferenz bei der Entscheidung über den neuen Wehrdienst übergangen. Wichtig sei es deswegen, ihnen zuzuhören und auf Augenhöhe zu begegnen, teilte die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur mit. „Gerade deshalb dürfen wir Entscheidungen über die Zukunft junger Menschen nicht treffen, ohne sie einzubeziehen.“
Ein Protest, der Konsequenzen haben kann
Wer auf der Straße statt im Unterricht ist, kann nach Angaben des NRW-Schulministeriums auch Probleme bekommen. Schüler und Schülerinnen haben zwar genauso das Recht zu streiken – das wird aber unter anderem durch das Schulgesetz eingeschränkt, sodass sie generell zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet sind.
Ausnahmen gibt es aber: „Das ist alles mit unserer Schulleitung abgesprochen“, sagte Esma, Schülersprecherin am Düsseldorfer Leibniz-Montessori-Gymnasium. Wird der Unterricht offiziell verschoben oder ein Antrag zur Beurlaubung gestattet, kann die Teilnahme an der Demonstration möglich sein.