Politik Inland

Holocaust-Überlebender warnt Schüler vor Rechtsradikalen

Leon Weintraub spricht in Essen Klartext. Der Hundertjährige lebt heute in Schweden und erzählt Jugendlichen in Deutschland von seinem Leben.

Von dpa

05.03.2026

Der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub hat Essen besucht und steht hier neben der NRW-Ministerin Ina Brandes (CDU).Christoph Reichwein/dpa

Der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub hat Essen besucht und steht hier neben der NRW-Ministerin Ina Brandes (CDU).Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub hat seinen Besuch des Projekts „Holo-Voices“ in Essen mit einer Warnung verknüpft. „Seid wachsam und nehmt die Worte der Rechtsradikalen ernst. Sie meinen, was sie sagen und werden ihre Worte auch durch ihre Handlungen verwirklichen“, sagte der Hundertjährige einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern einer Realschule aus Oberhausen. Die Folgen radikaler, rechter Ideologien habe er und Millionen unschuldige Opfer während der Naziherrschaft im Zweiten Weltkrieg am eigenen Körper erfahren, sagte Weintraub. 

Der heute in Schweden lebende Mediziner wurde von Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft, auf der Zeche Zollverein in Essen begleitet. „Die Erfahrung und die Eindrücke einer persönlichen Begegnung mit Holocaust-Überlebenden sind unersetzlich. Dr. Leon Weintraub gehört mit seinen 100 Jahren glücklicherweise zu den immer noch sehr aktiven Zeitzeugen, die einen unschätzbaren Dienst gegen das Vergessen leisten“, sagte Brandes laut Mitteilung. 

Lebensgeschichten aufgenommen für die Ewigkeit

Weintraub hat seine Geschichte für das Projekt „Holo-Voices“ eingesprochen. Dazu haben sich Zeitzeugen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dortmund für Hologramme ablichten lassen. Besucher der Ausstellung können die für die Ewigkeit aufgenommenen Lebensgeschichten der Holocaust-Zeitzeugen in Essen sehen und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz auch in einen Dialog mit ihnen treten. 

Weintraub kam 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und entkam den Gaskammern, weil er sich unbemerkt einem Gefangenentransport anschließen konnte. Von 80 Mitgliedern seiner Familie überlebten nur 16.

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