Warum Fleiß allein nicht reicht: Wie Sie sich im Job abheben
Viele arbeiten im Stillen und liefern gute Leistung ab – doch wie werden die eigenen Verdienste sichtbar? Tipps, wie Sie sich im Job gekonnt abheben, ohne sich zu verstellen.
Für mehr Sichtbarkeit: Wer im Meeting früh das Wort ergreift, hat noch die volle Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.picture alliance / dpa-tmn
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Sie arbeiten zuverlässig und gewissenhaft, dennoch werden immer andere gelobt, belohnt oder befördert? Beschäftigte sollten nicht davon ausgehen, dass ihre gute Arbeit irgendwann von allein auffällt. „Wer im Stillen arbeitet, überlässt anderen die Deutung der eigenen Leistung“, sagt Stefanie Bickert, Job- und Karriereexpertin bei der Plattform Indeed.
Das Stichwort ist Sichtbarkeit. Es gehe dabei nicht um eine unangenehme Form der Selbstdarstellung, so Bickert. Sie beschreibt Sichtbarkeit viel mehr als die Fähigkeit, den eigenen Beitrag greifbar zu machen. Aber was hilft dabei? Die Karriereexpertin gibt Tipps:
1. Was macht mich aus? Alleinstellungsmerkmale hervorheben
Was kann ich besonders gut? Was hebt mich von anderen ab? Diese Fragen helfen Beschäftigten dabei, herauszufinden, was ihr Alleinstellungsmerkmal ist und welche besonderen Eigenschaften sie für ihren Job mitbringen.
Sie brauchen Ideen? Womöglich unterscheiden Sie sich durch eine Spezialisierung, tiefes Fachwissen, eine besonders schnelle Auffassungsgabe oder Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Organisationstalent von anderen. „Wer weiß, wofür er steht, kann darüber langfristig sein Profil stärken“, sagt Bickert.
2. Was kann ich beitragen? Im Meeting offensiv auftreten
„An kaum einem anderen Ort wird Zurückhaltung so schnell zu Unsichtbarkeit wie in Meetings“, sagt Stefanie Bickert. Wer sich überwindet und zu den ersten Personen gehört, die sich zu Wort melden, senke die eigene Hemmschwelle und genieße noch die volle Aufmerksamkeit der Runde.
Um bahnbrechende Ideen geht es gar nicht. Oft reicht es aus, auf Gesagtes aufzubauen („Anknüpfend an XYs Punkt ... “), eine weiterführende Frage zu stellen oder eine Verbindung zu einer früheren Thematik herzustellen.
Beschäftigte sollten aber auf ihre Wortwahl achten. Entscheidend ist etwa, den eigenen Beitrag nicht kleinzureden („Ich bin kein Experte, aber ...“ oder „Nur mal so in den Raum geworfen ... “). Besser sind einleitende Worte wie „Ein anderer Ansatz wäre ...“ oder „Ich würde vorschlagen ...“. Solche Formulierungen verändern laut Bickert sofort, wie ein Beitrag wahrgenommen wird.
3. Was will ich? Die eigenen Ziele im Blick haben
Im Mitarbeitgespräch werden Sie als „fleißig“ und „zuverlässig“ gelobt? Laut Bickert kann das dazu führen, dass Sie „in der Schublade des verlässlichen Umsetzers“ landen. Strategische Entscheidungen dagegen traut man Ihnen womöglich weniger zu. Der nächste Karriereschritt bleibt so unerreicht.
An dieser Stelle sollte man deshalb die eigenen Ziele im Blick haben. Wer weiß, wo er im Unternehmen eigentlich hinwill, weiß auch, wie er gesehen werden will.
Und wie kann man die Außenwirkung beeinflussen? Bickerts Rat: Wird Fleiß gelobt, kann man ihn mit vorausschauendem Denken verknüpfen. Etwa so: „Danke, ich leiste gern jeden Tag gute Arbeit, schaue aber auch genauso gern darauf, was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird und was wir hier anstoßen können.“
4. Was mache ich? An der eigenen Geschichte feilen
„Zahlen und Fakten allein bleiben selten hängen, Geschichten schon“, sagt Bickert. Wer die eigene Arbeit sichtbar machen will, sollte sie in wenigen Sätzen erzählen können. Dafür eignet sich der Karriereexpertin zufolge ein sogenanntes „Drei-Schritte-Update“, das man jederzeit griffbereit haben kann:
- Was war die Ausgangslage des Projekts, an dem man gerade arbeitet?
- Welches spannende Detail gab es im Projekt?
- Und was war das Ergebnis?
Wer diesen roten Faden im Kopf hat, wirke auch in einem spontanen Gespräch überzeugender als mit einer Liste erledigter Aufgaben.