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Vom Geheimtipp zur Kultserie: Neue Staffel von „Slow Horses“

Gary Oldman brilliert als Jackson Lamb: Warum die sechste Staffel von „Slow Horses“ für Fans von Agentenserien ein Muss ist und was sich der Schauspieler seit Jahrzehnten verkneift.

Von Cordula Dieckmann, dpa

16.09.2026

In der neuen Staffel von „Slow Horses“ sind Jack Lowden (links) als River Cartwright und Gary Oldman als Jackson Lamb zu sehen.Jack English/Apple TV/dpa

In der neuen Staffel von „Slow Horses“ sind Jack Lowden (links) als River Cartwright und Gary Oldman als Jackson Lamb zu sehen.Jack English/Apple TV/dpa

© Jack English/Apple TV/dpa

„Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ hat sich vom Geheimtipp zur Agentenserie mit Kultstatus entwickelt. Der Grund: grandiose Drehbücher und ein hervorragendes Ensemble, darunter Schauspieler wie „Harry Potter“-Star Gary Oldman, Jack Lowden und Kristin Scott Thomas. 

Nun gibt es bei Apple TV (Streamingstart 16. September) die sechste Staffel über eine vermeintliche Versagertruppe des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 – bis zum 21. Oktober jede Woche eine neue Episode. 

Warum man die Serie, für die eine siebte und sogar achte Staffel schon angekündigt sind, unbedingt sehen sollte:

Was ist die Grundgeschichte?

Ein Blick ins Büro des „Slough House“ in einer schäbigen Gegend Londons: Die Haustür klemmt, die Räume sind heruntergekommen und über allem liegt eine Aura der Trostlosigkeit. Hier landen die, die vom MI5 strafversetzt wurden, etwa wegen eines Fehlers im Einsatz. 

Unter Führung des sarkastischen Jackson Lamb sollen die Agentinnen und Agenten mehr oder weniger sinnlose Aufgaben erledigen, in der Hoffnung, dass sie irgendwann kündigen. Doch Lamb und seine „lahmen Gäule“ finden sich immer wieder in aufregenden Missionen rund um Anschläge, organisierte Kriminalität und mysteriöse Todesfälle wieder.

Wer sind die Hauptfiguren?

Oscar-Preisträger Gary Oldman (Sirius Black in „Harry Potter“) brilliert in „Slow Horses“ als Jackson Lamb. Kristin Scott Thomas („Die dunkelste Stunde“) als Diana Taverner ist inzwischen zur Chefin des MI5 aufgestiegen. 

Jack Lowden spielt in „Slow Horses“ wieder den Agenten River Cartwright. (Archivbild)Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Jack Lowden spielt in „Slow Horses“ wieder den Agenten River Cartwright. (Archivbild)Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

© Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Jack Lowden, den manche gerne als neuen „James Bond“ sähen, spielt den jungen Agenten River Cartwright. Er sieht sich zu Unrecht ins Slough House abgeschoben und treibt die Ermittlungen seines Teams immer wieder entscheidend voran, wenn er nicht gerade mit eigenmächtigen Aktionen für Aufregung sorgt.

Wer spielt noch mit?

In weiteren Rollen: Saskia Reeves (Catherine Standish), Christopher Chung (Roddy Ho), Rosalind Eleazar (Louisa Guy), Aimee-Ffion Edwards (Shirley Dander) und Tom Brooke (als Dauer-Kapuzenträger J.K. Coe). Neu dabei ist Lenny Rush als Sohn eines Mordopfers. Auch ein Überraschungsgast taucht auf: eine totgeglaubte Agentin. 

Worum geht es in der neuen Staffel?

Grundlage ist wieder die Agenten-Buchreihe von Mick Herron. Die sechste Staffel beruht auf den Thrillern „Joe Country“ und „Slough House“. Darin geht es dem Ermittlerteam selbst an den Kragen. Zwei Ex-Mitarbeiter von Slough House sterben unter dubiosen Umständen – kein Zufall, wie bald klar wird. Die Killer haben es auch auf andere „slow horses“ abgesehen. 

Was macht die Serie so besonders?

Während andere Serien in der x-ten Staffel gerne mal schwächeln, hat „Slow Horses“ nichts an Klasse eingebüßt und gewann sogar bei den Primetime Emmys. Es ist eine grandiose Mischung, wie sie selten in dieser Konstanz zu finden ist – aus nervenaufreibender Spannung, fiesem Sarkasmus und Wortwitz gepaart mit Tiefgründigkeit und sehr emotionalen Momenten. 

Welche Geschichten werden erzählt?

Es geht nicht nur um irgendwelche komplizierten Fälle, die gelöst werden müssen. „Slow Horses“ erzählt sehr persönliche Geschichten, selbst von Figuren, die scheinbar am Rande stehen. So entsteht eine Vielschichtigkeit, die einen mitfiebern lässt und den Wunsch weckt, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis?

Für Oldman stellt „Slow Horses“ die Welt anderer Agententhriller auf den Kopf. Keine Kasinos, Martinis, Aston Martins und technische Raffinessen. „An die Stelle dieser unerreichbaren, fantastischen James-Bond-Welt – er ist ja fast wie ein Superheld – treten hier ganz normale Menschen“, erklärt der 68-Jährige. Sie kämpfen mit Alkohol, Drogen, psychischen Problemen, dem Scheitern ihrer Ehe oder mit Hypotheken. 

„Sie sind zwar Spione, aber es ist eine Welt, zu der wir einen Bezug herstellen können – eine Welt, die wir greifen und verstehen können. Ich glaube, genau das ist es, was die Zuschauer immer wieder zur Serie zurückbringt“, ist Oldman überzeugt. 

Wer ist dieser Jackson Lamb?

Die Figur des Jackson Lamb hat am Erfolg einen großen Anteil. Er ist zwar eigentlich ein unangenehmer Typ – doch in seiner unverfrorenen Direktheit auch irgendwie sympathisch. Er schert sich um nichts und niemanden, trägt fettige Haare und schmuddelige Kleidung und legt mit Vorliebe die Füße (in löchrigen Socken) auf den Tisch. 

Jackson Lamb rülpst und pupst, wie es ihm gerade kommt, auch beim Essen. Mit allergrößter Freude sondert er Sprüche und Witze auf Kosten anderer ab. Und trotz all seiner Macken ist er ein genialer Ermittler mit einem untrüglichen Gespür für alles, was faul ist und obendrein loyal, auch wenn er das gerne versteckt.

Was sind die fünf F’s?

Ein Zitat ist typisch für diesen Lamb: Er will sein Team ermuntern, bei ihrem neuen Fall endlich mit den „fünf F’s“ loszulegen: „Who the fuck, what the fuck, where the fuck and why the fuck“, auf Deutsch etwa: „Wer zur Hölle, was zur Hölle, wo zur Hölle und warum zur Hölle“. Das seien aber nur vier „Fs“, merkt J.K. Coe an. Darauf Lamb: „Fuck off! Damit sind es fünf“.

Wie war die Rolle für Oldman?

Privat ist der 2025 zum Ritter geschlagene Gary Oldman ganz anders als seine Serienfigur Jackson Lamb. (Archivbild)Jonathan Brady/PA/AP/dpa

Privat ist der 2025 zum Ritter geschlagene Gary Oldman ganz anders als seine Serienfigur Jackson Lamb. (Archivbild)Jonathan Brady/PA/AP/dpa

© Jonathan Brady/PA/AP/dpa

Seit fünf Jahren wird Oldman also immer wieder zu diesem abgewrackten Lamb – und er liebt die Verwandlung. Privat sei er aber ganz anders, verrät der Brite, der vor gut einem Jahr von Prinz William zum Ritter geschlagen wurde. Er rauche und trinke nicht, sei viel sanfter und habe keine Freude an ständiger Konfrontation. 

Wie real war die Maske?

Und der 68-Jährige stellt klar: „Die Leute fragen Kristin Scott Thomas und Jack Lowden: „Stinkt er?“ Nun, ich stinke nicht.“ Das sei alles Fassade, „Maske und Haargel“. Und noch etwas unterscheidet den „Sir“ von seiner Serienfigur: „Ich habe seit 1971 nicht mehr gefurzt.“

Auch in der sechsten Staffel der Agentenserie „Slow Horses“ ist Gary Oldman wieder als Jackson Lamb zu sehen. (Archivbild)Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

Auch in der sechsten Staffel der Agentenserie „Slow Horses“ ist Gary Oldman wieder als Jackson Lamb zu sehen. (Archivbild)Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

© Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

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