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So bleiben Eltern entspannt bei „Picky Eatern“

Erbsen sind ganz plötzlich „bäh“? Das Essverhalten von Kindern ändert sich oft nach dem zweiten Geburtstag. Was hinter der Phase steckt und wie Eltern am besten reagieren.

Von dpa

20.05.2026

Meist endet die wählerische Essensphase bei Kindern ganz von allein.picture alliance / dpa-tmn

Meist endet die wählerische Essensphase bei Kindern ganz von allein.picture alliance / dpa-tmn

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Noch vor ein paar Wochen hat das Kind fröhlich Gurken, Paprika oder Erbsen gegessen. Plötzlich aber wird fast alles mit einem entschiedenen „Mag nicht“ verschmäht?

Eltern können in der Regel dennoch erst mal entspannt bleiben, so das „Netzwerk Gesund ins Leben“. Das wählerische Essverhalten, wegen dem Kinder oft als „Picky Eater“ bezeichnet werden, tritt häufig ungefähr ab dem zweiten Geburtstag auf. Bis dahin sind die meisten Kinder offen für neue Geschmäcker, probieren unbekannte Lebensmittel und essen gerne, was die Erwachsenen auf dem Teller haben. 

Danach aber beginnt häufig eine Phase, in der Kinder die Nahrungsaufnahme auf wenige ausgewählte Lebensmittel beschränken. Brezeln, Bananen und trockene Nudeln zum Beispiel. Neues probieren? Fehlanzeige. 

Oft kein Grund zur Beunruhigung

Das hat dem Netzwerk zufolge unterschiedliche Ursachen. Mal ist es wirklich der ungewohnte Geschmack oder eine neue Textur, die zur Ablehnung führt. Auch alterstypische Autonomiebestrebungen können Auslöser sein. 

Eltern müssen sich in dieser Phase in der Regel keine Sorgen machen, dass ihr Kind nicht genug isst oder zu wenige Nährstoffe bekommt, so das Netzwerk. „Lehnt ihr Kind bestimmte Lebensmittel eine Zeit lang ab, isst es sich an anderen satt.“ 

Mütter und Väter sollten darauf vertrauen, dass Neugierde, Gewöhnung und Freude am Essen bei ihrem Kind langfristig gewinnen. Meist ende die wählerische Phase ganz von allein.

Freude am Essen fördern

Eltern können grundsätzlich darauf achten, dass sie Neugierde und Freude am Essen fördern. Etwa, indem sie bei unbeliebt gewordenen Lebensmitteln andere Zubereitungsarten ausprobieren. Vielleicht schmeckt gekochte Paprika „komisch“, roh aber kommt das Gemüse weiter gut an.

Kinder sollten Lebensmittel auch mit allen Sinnen entdecken dürfen: Ansehen, riechen und anfassen - alles ist erlaubt.

Nicht zuletzt sollten Eltern und andere Bezugspersonen bedenken, was sie ihren Kindern in Sachen Essverhalten vorleben. Wer bestimmte Lebensmittel genussvoll isst, kann auch bei seinen Kindern eher Bereitschaft erwarten, sie zu probieren. 

Tricks, Überredungskünste oder Zwang bringen hingegen nichts - oder verschlimmern das Essverhalten sogar. „Das Kind entscheidet selbst, was es probieren möchte“, so das Netzwerk. Hier helfen Geduld, Gelassenheit und Akzeptanz.

Wann ist es kritisch?

In manchen Fällen kann wählerisches Essverhalten kritisch werden. Warnsignale können sein, dass feste Nahrung komplett verweigert wird, das Kind nie Hunger zeigt, Essen hochwürgt oder deutlich an Gewicht verliert. 

Hält sehr selektives Essverhalten über Wochen oder sogar Monate an und zeigen sich womöglich Mangelerscheinungen, sollten Eltern sich an den Kinderarzt wenden.

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