Kein Unkraut: Löwenzahn bitte stehenlassen
Gelb leuchtet er durchs Frühjahr, doch viele wollen ihn entfernen. Warum Löwenzahn für den Garten und seine Bewohner so wichtig ist – und welche anderen Wildpflanzen noch stehen bleiben sollten.
Unterschätzte Wildpflanze: Löwenzahn wird oft als Unkraut verkannt, ist jedoch ein wertvoller Beitrag für die Natur und ein Hingucker im Garten.Mascha Brichta/dpa-tmn
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Mit den ersten warmen Tagen bringt der Löwenzahn gelbe Farbtupfer in den Garten. Oft wird er als Unkraut schnell entfernt, obwohl er im Frühjahr für manche Tiere sogar überlebenswichtig ist. Aber er kann noch mehr – die Deutsche Wildtierstiftung nennt gleich mehrere gute Gründe, ihn stehenzulassen.
Für früh fliegende Wildbienen wie Sandbienen, Mauerbienen oder Hummeln ist Löwenzahn oft die erste Nahrungsquelle nach dem Winter. Sein proteinreicher Pollen sorgt dafür, dass die Larven gesund heranwachsen – die Löwenzahn-Dörnchensandbiene setzt für ihren Nachwuchs sogar fast ausschließlich darauf.
Erwachen Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs aus der Winterstarre, ist der Löwenzahn eine wichtige Nektarquelle. Ebenso für Aurorafalter und Schwalbenschwanz, die im April aus ihren Puppen schlüpfen.
Auch die Blätter dienen als Futter für die Raupen der Hausmutter und anderer Nachtfalter. Die fetthaltigen Samen des Löwenzahns liefern hingegen Körnerfressern wie Spatz, Stieglitz oder Gimpel während der Brutzeit wertvolle Energie.
Die kräftige Pfahlwurzel des Löwenzahns dringt tief in den Boden und lockert verdichtete Schichten auf. Nach dem Absterben der Pflanze bleiben Kanäle zurück, die Sauerstoff in die Erde bringen – gut für Regenwürmer, Tausendfüßler und andere Bodenlebewesen.
Nicht nur Löwenzahn: Wildpflanzen wie Huflattich, Gundermann, Schafgarbe, Taubnessel oder wildes Veilchen sollte man ebenfalls im Garten stehenlassen, denn auch sie fördern die Artenvielfalt.