Panorama

„KRANK Berlin“ nun auch im ZDF - nicht mehr nur auf Apple TV

Vor 20 Monaten startete die preisgekrönte Serie auf Apple TV. Nun kommt sie ins frei verfügbare öffentlich-rechtliche Fernsehen. Was man wissen sollte.

Von Mia Bucher und Gregor Tholl, dpa

05.11.2026

Haley Louise Jones (links) als Zanna Parker und Şafak Şengül als Emina in Folge 8 der ersten Staffel von „KRANK Berlin“.Stephan Rabold/Apple TV+/dpa

Haley Louise Jones (links) als Zanna Parker und Şafak Şengül als Emina in Folge 8 der ersten Staffel von „KRANK Berlin“.Stephan Rabold/Apple TV+/dpa

© Stephan Rabold/Apple TV+/dpa

Die prämierte Krankenhausserie „KRANK Berlin“ - eine Koproduktion vom ZDF und Apple TV - ist jetzt auch für Rundfunkbeitragzahler verfügbar, die nicht extra den Streamingdienst Apple TV im Abo haben.

Wo und wie sehe ich diese Serie?

Die erste Staffel der Dramaserie (achtmal etwa 45 Minuten) steht jetzt beim ZDF zum Streamen bereit (Start 6. November). Eine lineare TV-Ausstrahlung ist bei ZDFneo ab Ende November geplant - und zwar mittwochs um 21.45 Uhr in Doppelfolgen. Die Termine: 25. November, 2. Dezember, 9. Dezember und 16. Dezember.

Bei Apple TV sind die acht Episoden nach wie vor ebenfalls zu sehen. Dort hatte die Serie schon vor rund 20 Monaten Premiere, sie wurde zwischen dem 26. Februar und 9. April 2025 veröffentlicht.

Was will der Serientitel sagen?

Bei „KRANK Berlin“ steht KRANK einerseits natürlich für „krank sein“, andererseits als „Kra-NK“ als sarkastische Abkürzung der Belegschaft für den Namen des fiktiven Krankenhauses Nuria Kastorf.

Wo spielt die Serie?

Schauplatz der Serie ist eben jenes fiktive Nuria-Kastorf-Krankenhaus, ein chronisch überlastetes und kaputt gespartes Haus irgendwo zwischen Neukölln und Kreuzberg, dem sein Ruf als „beschissenstes Krankenhaus im ganzen Land“ vorauseilt. Ein Satz der häufig fällt: „Wir sind gleich bei Ihnen!“ An Berlin-Klischees wird nicht gespart: Es geht um Schussverletzungen, Sexunfälle und Partydrogen.

Um welche Charaktere geht es?

Im Fokus der Serie steht die überlastete Notaufnahme. Nachdem ihr Privatleben in München implodiert ist, sucht die junge Ärztin Susanna „Zanna“ Parker (gespielt von Haley Louise Jones) eine Art Neuanfang in Berlin. Sie wird Leiterin der Notaufnahme im „KRANK“.

Schon beim ersten Versuch, Veränderungen in dem Berliner Krankenhaus durchzusetzen, stößt sie auf Widerstand des unterbezahlten, chronisch übermüdeten und schwarzhumorigen Krankenhauspersonals, vor allem beim anarchistischen Notarzt Ben Weber (Slavko Popadić).

Der Assistenzarzt Dom Kohn (Aram Tafreshian) ist maßlos überfordert, gibt das aber nicht zu und versucht, seine Fehler zu vertuschen. Die Chirurgin Emina Ertan (Şafak Şengül) ist eine ausgezeichnete Ärztin, zwischenmenschlich aber eine Zumutung. Ein junger Pflegepraktikant sagt an einer Stelle in der Serie: „Ich habe das Gefühl, dass die Leute hier so abgefuckt sind.“ Das bringt das Personal und den Ton dieser Serie ganz gut auf den Punkt.

Wer hat das geschrieben?

Der Headautor des Drehbuch-Teams, Samuel Jefferson, hat früher selbst als Notarzt gearbeitet. Im Autoren-Team waren noch Lisa van Brakel, Paulina Lorenz, Korbinian Hamberger, Raquel Dukpa, Anika Soisson, Julia Drache.

Der Serienentwickler Viktor Jakovleski hat einen persönlichen Bezug zum Thema, weil es in seinem Freundeskreis einen Arzt gebe, der von seinem Beruf und dem damit verbundenen Stress krank geworden sei, erzählte er zum Start damals.

Wie ist „KRANK Berlin“ einzuordnen?

Die Serie wird von manchen als eine späte deutsche Antwort auf den US-Klassiker „Emergency Room“ (ER) gesehen. Der internationale Titel der Serie lautet tatsächlich auch „Berlin ER“. Im Cast sind vor allem weniger oft gesehene Gesichter dabei, aber etwa auch die recht bekannten Schauspieler Peter Lohmeyer und Bernhard Schütz.

Die Serie zeigt recht harten Klinikalltag und ist inspiriert von realistischen Fällen und Gesprächen mit echtem medizinischem Personal. „KRANK Berlin“ hat also wenig zu tun mit Götter-in-Weiß-Serien wie „Die Schwarzwaldklinik“ oder „In aller Freundschaft“, sondern ist näher zu verorten an internationalen Hits wie „The Pitt“. Diese in Pittsburgh spielende Serie (in Deutschland bei HBO Max) zeigt drastisch und in Echtzeit die harten Bedingungen einer Notaufnahme in einem US-Krankenhaus.

Welche Preise bekam die erste Staffel der Serie?

„KRANK Berlin“ wurde 2025 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet (Beste Dramaserie, Beste Kamera Fiktion). Beim Grimme-Preis war sie nominiert und holte immerhin den Preis der Studierendenjury.

Wo fanden Dreharbeiten für die Serie statt?

Gedreht wurde etwa im früheren Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain. Bei seiner Eröffnung 1981 galt das SEZ als ein Prestigeprojekt der DDR. Inzwischen steht es leer und sieht heruntergekommen aus. Passender könnten Ambiente und Stimmung kaum sein.

Wie kam „KRANK Berlin“ zu Apple und ZDF?

Die Vorgeschichte der Serie ist fast so dramatisch wie ihre Story: Rund einen Monat vor dem geplanten Drehbeginn verkündete Sky Deutschland, das die Serie ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, den vollständigen Rückzug aus deutscher Fiction-Produktion. In der Not sprang das ZDF ein, später kam Apple als internationaler Partner an Bord und sicherte sich die Erstverwertung.

Wie gut ist die Serie?

Die Serie ist packend mit vielen heftigen Szenen aus dem Krankenhausalltag, die nichts für schwache Nerven sind. Mit der harmonischen Welt anderer deutscher Arztserien hat das praktisch nichts zu tun. Die Charaktere sind interessant, auch wenn oft arg dick aufgetragen wird, etwa beim Chirurgen Weber, der in einem verlassenen Klinik-Trakt Geheimnisse versteckt.

Geht „KRANK Berlin“ weiter?

Schon vor über einem Jahr haben sich das ZDF und Apple TV darauf verständigt, eine zweite Staffel zu produzieren. Ein Veröffentlichungstermin der zweiten Staffel wurde noch nicht kommuniziert.

Haley Louise Jones wurde für „KRANK Berlin“ beim Deutschen Fernsehpreis 2025 in der Kategorie „Beste Dramaserie“ ausgezeichnet. (Archivbild)Thomas Banneyer/dpa

Haley Louise Jones wurde für „KRANK Berlin“ beim Deutschen Fernsehpreis 2025 in der Kategorie „Beste Dramaserie“ ausgezeichnet. (Archivbild)Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

„KRANK Berlin“ gewann auch den Preis für die „Beste Kamera Fiktion“ beim Deutschen Fernsehpreis 2025: Tim Kuhn (links) und Jieun Yi freuten sich. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

„KRANK Berlin“ gewann auch den Preis für die „Beste Kamera Fiktion“ beim Deutschen Fernsehpreis 2025: Tim Kuhn (links) und Jieun Yi freuten sich. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

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