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Große Drüsenameisen im Anmarsch: Was Sie dazu wissen müssen

Sie sind komplett schwarz, bilden riesige Kolonien und können dabei enorme Schäden verursachen: Große Drüsenameisen. Wie Sie bei einem Befall reagieren müssen.

Von Isabelle Modler, dpa

13.07.2026

Die invasive Große Drüsenameise ist an ihrer tiefschwarzen Farbe und der enormen Koloniebildung zu erkennen.picture alliance/dpa

Die invasive Große Drüsenameise ist an ihrer tiefschwarzen Farbe und der enormen Koloniebildung zu erkennen.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Große Drüsenameisen (Tapinoma magnum) breiten sich in mehreren Bundesländern aus. Die Tiere können massive Schäden an Fassaden, Gehwegen und Elektronik anrichten. Außerdem bedrohen sie heimische Arten. 

Wer die Tiere im Garten oder sogar im Haus entdeckt, sollte daher den Befall unverzüglich den zuständigen Behörden vor Ort melden, raten die Experten des Umweltbundesamtes (UBA). 

Wie kann man einen Befall erkennen?

Die Großen Drüsenameisen sind schwarz und häufig sieht man sehr viele davon auf einmal, denn sie bilden sogenannte Superkolonien. Erkennen kann man die Ameisenart unter anderem daran, dass die Arbeiterinnen in unterschiedlichen Größen nebeneinander auftreten. Laut UBA sind sie zwischen zwei und fünf Millimeter groß. Heimische Arten sind hingegen meist gleich groß. Um den Unterschied einfacher zu erkennen, rät das Naturkundemuseum Stuttgart: Die Ameisen mit Zuckersirup auf ein weißes Blatt Papier zu locken und ein Maßband danebenzulegen - so sieht man ihre Größe leichter.

Ein weiterer Hinweis: Große Drüsenameisen bilden teils mehrspurige, breite Ameisenstraßen - anders als die heimische Schwarze Wegameise, die ihr zwar optisch ähnelt, aber nur einspurige Ameisenstraßen anlegt. An den Nesteingängen kommt es laut UBA zudem zum Auswurf von Sand und Erde. 

Werden Große Drüsenameisen gestört, zeigen sie ein aggressives Verhalten und strömen zahlreich aus dem Nest. Wenn man die Tiere reizt, geben sie laut Naturkundemuseum Stuttgart zudem einen typischen Geruch ab - zitronig, ranzig, wie Aceton.

Eine weitere Besonderheit: Große Drüsenameisen sind auch an kühlen Tagen unterwegs und bei Temperaturen bis etwa drei Grad Celsius aktiv - anders als etwa die heimische Schwarze Wegameise.

Tipp: Um sich seinen Verdacht bestätigen zu lassen, kann man sich Hilfe holen und Fotos sowie Videos an das Tapinomia-Forschungsprojekt schicken. Das ist eine Kooperation des Naturkundemuseums Stuttgart und Karlsruhe.

Welche Schäden können sie anrichten?

Grundsätzlich sind Ameisen in der Regel keine Bedrohung für Haus und Garten, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems, schreibt das Naturkundemuseum Stuttgart. Doch es besteht die Befürchtung, dass die Großen Drüsenameisen heimische Ameisenarten verdrängen. Und auch die Wohngebiete des Menschen werden in Mitleidenschaft gezogen.

Die Ameisenart legt ihre Nester unterirdisch an und bildet dabei oft ein verzweigtes System aus mehreren Kolonien, eine sogenannte Superkolonie - dabei kann sie Fundamente und Gehwegplatten unterhöhlen. Außerdem dringen die Insekten auch in Gebäude ein, etwa auf der Suche nach Nahrung oder bei kühleren Temperaturen nach Wärme. Dabei können sie laut UBA nicht nur die Fassade beschädigen, sondern auch Schäden an der Elektrik verursachen.

Eine Gesundheitsgefahr für Menschen besteht zwar laut UBA nicht. Allerdings haben die Tiere kräftige Mundwerkzeuge, und durch das Verspritzen ihres Sekrets könne es zu Hautreizungen kommen. 

Was tun bei Verdacht oder Befall?

Laut UBA sollte man Verdachtsfälle und bestehende Vorkommen unverzüglich der Stadt oder Gemeinde melden, in der Regel sei das Ordnungsamt zuständig.

Alle Beteiligten sollten dann gemeinsam und koordiniert vorgehen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt oder Gemeinde, Eigentümern, Anwohnern und Schädlingsbekämpfern sei wichtig.

Je nach Ausmaß des Befalls variiert das weitere Vorgehen. Neben dem Einsatz von chemischen Mitteln, sprich Insektiziden, können auch thermische Verfahren zum Einsatz kommen, etwa mit Heißwasser oder Heißschaum. Meist dränge dies aber nur die Kolonie zurück. Die chemische Bekämpfung sollte man dem Fachpersonal überlassen - also einem Schädlingsbekämpfungsunternehmen.

Was haben mediterrane Pflanzen mit der Ameise zu tun?

Ursprünglich stammen die Tiere aus dem Mittelmeerraum. Im Jahr 2009 wurden erste Exemplare in Deutschland gefunden - in einer Baumschule in Ingelheim am Rhein. Die Große Drüsenameise werde laut UBA fast ausschließlich über Pflanzen und Erde nach Deutschland importiert.

Gärtner, Gartencenter und Privatpersonen, die mediterrane Großpflanzen gekauft haben, sollten diese also genau untersuchen und darauf achten, ob sie Hinweise auf die Große Drüsenameise finden.

Übrigens: Die Stadt Zürich rät befallene Erde, Topfpflanzen, Wurzelballen und sonstiges Material korrekt zu entsorgen, um die Verschleppung der Großen Drüsenameise zu verhindern - und gibt dazu online Tipps.

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