Glas ist nicht gleich Glas: Tipps zur richtigen Entsorgung
Ganz glasklar ist es wohl nicht, sonst würde Altglas nicht so häufig falsch entsorgt werden. Laut aktueller Recyclingquote landen etwa Flaschen oft im Restmüll. Da gehört Einweg-Glas aber nicht hin.
Grünes Glas verträgt beigemischte Farben am besten. Blaue Flaschen kommen daher in den Grünglas-Container.Marijan Murat/dpa/dpa-tmn
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Glas gehört in den Glas-Container. Das gilt jedenfalls für alte Getränkeflaschen und Konservengläser, etwa Senf-, Marmeladen- oder Gurken-Gläser. Doch im Container darf längst nicht alles aus Glas landen, schreibt die Verbraucherzentrale NRW.
Vasen, Fensterscheiben, Trinkgläser oder Auflaufformen aus Glas haben eine andere Zusammensetzung als Glasflaschen und Gurkengläser. Sie würden den Recyclingprozess stören. Daher gehören sie in den Restmüll - genauso wie kaputte Gegenstände aus Glas sowie Keramik- und Porzellan-Scherben.
Tipp: Scherben am besten in Zeitungspapier wickeln und erst dann in den Restmüll gegeben, um Verletzungen zu vermeiden.
Warum sich Altglas-Recyceln lohnt und was besser laufen könnte
Beim Entsorgen scheint es eine große Unsicherheit zu geben. Die aktuelle Recyclingquote für Altglas, die Ende Januar veröffentlicht wurde, zeigt jedenfalls: Die gesetzlich vorgegebene Quote wurde im Jahr 2024 verfehlt. Statt 90 Prozent wurden demnach nur 82,9 Prozent der Glasverpackungen in Deutschland wiederverwertet.
Ein Problem: Es wird zu wenig Altglas zu den Sammelcontainern gebracht - und so landet zu viel davon noch im Restmüll. Dabei sei Glasrecycling sehr sinnvoll, sagt Philip Held von der Verbraucherzentrale NRW. „Denn gegenüber der Neuproduktion spart der Einsatz von Altglas erhebliche Mengen an Energie und Rohstoffen“, so der Experte für Umwelt und Ressourcenschutz.
Worauf kommt es beim Entsorgen von Glas noch an?
Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie Sie Altglas richtig entsorgen:
- Weiß-, Grün- und Braunglas immer nach Farben sortieren und in den vorgesehenen Farb-Container werfen. Schon wenige grüne, blaue oder braune Scherben können Weißglas nämlich verfärben.
- Die Farbe ist unklar? Im Zweifel gehört Glas in den Grünglas-Container. Grünes Glas verträgt beigemischte Farben am besten.
- Gläser muss man vorher nicht gründlich spülen. Das würde nur unnötig Wasser und Energie verbrauchen.
- Gläser und Flaschen sollten aber „löffelrein“ sein, bevor sie in den Glas-Container landen.
- Metall- und Kunststoffdeckel möglichst im Gelben Sack entsorgen. Bleiben die Deckel dran, sei dies aber nicht problematisch. Denn Recyclinganlagen können sie demnach leicht heraussortieren.
- Naturkorken von der Weinflasche am besten in Sammelboxen des Nabu und BUND bringen. Diese stehen etwa an Wertstoffhöfen, in Rathäusern, Weinhandlungen oder Büchereien. So kann der wertvolle Rohstoff Kork etwa zu Dämmplatten weiterverarbeitet werden.
Übrigens: Reste von Säften, Suppen oder Soßen besser nicht in den Ausguss oder die Toilette kippen. Das könne zu Verstopfungen führen und Ungeziefer anlocken. Besser mit einem Küchenpapier aufnehmen oder in einen Behälter umfüllen - und dann in den Restmüll werfen.
Keramik- und Porzellan-Scherben werden im Restmüll entsorgt.Franziska Gabbert/dpa-tmn
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