Gesundheitsrisiken: Ist Vapen das bessere Rauchen?
Sie liebäugeln mit E-Zigaretten, weil die als risikoärmere Kippen-Alternative gelten? Was Fachleute dazu wissen - und warum sie davor warnen, munter zwischen Dampfen und Rauchen zu wechseln.
E-Zigaretten erzeugen keinen unbedenklichen Dampf: Auch wenn sie weniger Schadstoffe enthalten, können sie die Gesundheit gefährden.Silas Stein/dpa
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Süßlicher Wassermelonen-Dampf statt beißender Tabakrauch: Vapes werden als Lifestyle-Produkt vermarktet werden - bunt, hip, harmlos.
Letzteres - also harmlos - sind die E-Zigaretten aber nicht, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klarstellt. Wer dampft, sollte also wissen: Auch damit kauft man sich Gesundheitsrisiken ein.
Aber womöglich etwas weniger als beim klassischen Glimmstängel: Nach Einschätzung der Behörde befinden sich im Dampf von E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette „deutlich geringere Mengen krebserzeugender und anderer gesundheitsschädlicher Stoffe“.
Nikotin kann Gehirnentwicklung beeinträchtigen
Doch wie die klassische Zigarette steckt auch in E-Varianten in der Regel Nikotin. Dieser Stoff macht nicht nur abhängig, er erhöht etwa auch den Blutdruck, die Thromboseneigung und die Ausschüttung von Stresshormonen.
Dampfen Kinder und Jugendliche nikotinhaltige E-Zigaretten, kann die Entwicklung ihres Gehirns gestört werden. Auch zu vermehrter Ängstlichkeit kann es kommen.
Erhitzung von Liquids - was entsteht dabei?
Geht es um die Gesundheitsrisiken, geht es auch um die Liquids, also die Flüssigkeiten, die in den Geräten erhitzt werden:
- Es gibt laut dem BfR Daten, die darauf hindeuten, dass dabei krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd entstehen können.
- Empfindliche Menschen können auf das Vernebelungsmittel Propylenglycol mit Reizungen der Atemwege und der Augen reagieren.
- Zudem können einige der Aromen in den Liquids Allergien auslösen.
Langzeitstudien zum Krebsrisiko fehlen noch
Wichtig zu wissen: Zum Krebsrisiko - und auch zu anderen Langzeitfolgen - von E-Zigaretten können Fachleute laut dem Krebsinformationsdienst noch gar keine verlässlichen Aussagen machen. Es fehlen noch Langzeitstudien. Eines ist aber klar: „Der sicherste Weg, Ihr Risiko für Krebs zu verringern, ist komplett mit dem Rauchen aufzuhören“, schreiben die Krebs-Experten.
Mal dampfen, mal qualmen - keine gute Idee
Was also tun, wenn man Raucher oder Raucher ist - und von der Kippe mit Tabak loskommen möchte? Für manchen mag der Umstieg auf E-Zigaretten als hilfreicher Zwischenschritt erscheinen.
Allgemein als Mittel zum Rauchstopp lässt sich diese Strategie aber nicht empfehlen, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf dem Portal „rauchfrei-info.de“. Das liegt auch daran, dass dabei Rauchrituale und -gewohnheiten erhalten bleiben - und man dadurch womöglich schneller wieder zur klassischen Kippe greift.
Was man lieber lässt: mal eine Zigarette anzünden, mal die E-Variante anmachen. Den sogenannte „Dual Use“ sehen Fachleute kritisch, weil sich dadurch Risiken addieren. Plus: Auch wer nur wenige Tabakzigaretten raucht, kauft sich einen deutlichen Risiko-Anstieg für etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein, heißt es vom BIÖG.