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Gesunde Kinderfüße: Dazu raten Orthopäden

Die Füße Ihres Kleinkindes kommen Ihnen ganz schön platt vor? Kein Grund zur Sorge - meistens. Wann dennoch ein Arztbesuch sinnvoll ist und wie Eltern eine gesunde Fußentwicklung fördern können.

Von dpa

15.07.2026

Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen aktiviert die Muskulatur - so kann sich das Fußgewölbe von Kindern optimal ausbilden.picture alliance/dpa

Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen aktiviert die Muskulatur - so kann sich das Fußgewölbe von Kindern optimal ausbilden.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Dass Kinder mit eher flachen Füßen ins Leben starten, ist „völlig normal“, wie Jörn Dohle von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sagt. Was Eltern gerne mal als Plattfuß bezeichnen, nennen Ärztinnen und Ärzte einen kindlichen Knick-Senkfuß. 

Fußgewölbe muss sich erst noch ausbilden

In den ersten Lebensjahren sind die Strukturen im Fuß nämlich noch weich und flexibel. Bänder, Sehnen und Muskeln müssen sich erst einmal aufbauen - und damit mit der Zeit auch das Fußgewölbe. Diese Wölbung der Fußsohle hat fürs spätere Leben wichtige Funktionen: Sie wirkt wie ein Stoßdämpfer, ist relevant für einen stabilen Gang und eine gleichmäßige Verteilung des Körpergewichts. 

Bis sich das Fußgewölbe fertig ausgebildet hat, kann es bis ins Jugendalter dauern. Eltern müssen sich also keine Sorgen machen, wenn der Fuß ihres Klein- bzw. Kindergartenkindes flach wirkt, die Ferse womöglich sogar nach innen kippt.

Warum Barfußlaufen für Kinder so wichtig ist

Eltern können aber einiges tun, damit sich das Fußgewölbe ihrer Kinder gut ausbilden kann. Entscheidend hier: regelmäßig die Schuhe weglassen. „Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen aktiviert die Muskulatur und unterstützt diese Entwicklung“, so Orthopäde Jörn Dohle. Die Experten der DGOU raten Eltern daher, ihre Kinder so oft wie möglich barfuß laufen zu lassen - etwa auf der Wiese, auf Sand, Kies oder Waldboden. 

Dabei sollten Eltern allerdings darauf achten, dass keine Verletzungsgefahr besteht: Wo Scherben oder andere spitze Gegenstände herumliegen (können) oder sich der Boden stark aufheizt, schlüpft der Nachwuchs doch besser in Schuhe. 

Apropos Schuhe: Die Treter der Kinder sollten weich und flexibel sein - und nicht steif oder zu eng. Am besten haben Eltern alle drei bis vier Monate einen Blick darauf, ob die Schuhe bereits drücken - Kinderfüße wachsen schnell. Rote Druckstellen an den Füßen sind laut dem Portal „kindergesundheit-info.de“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ein Anzeichen, dass die Schuhe zu eng geworden sind. Dann gilt: aussortieren!

Wann ein Arztbesuch angesagt ist

In manchen Fällen bringt der kindliche Knick-Senkfuß aber doch Beschwerden mit sich, die Familien orthopädisch abklären lassen sollten. Etwa: 

  • wenn das Kind von Schmerzen im Fuß erzählt
  • wenn der Fuß steif wirkt bzw. das Gangbild Auffälligkeiten zeigt
  • wenn das Kind ungern läuft 

Arzt oder Ärztin kann herausfinden, ob es sich um eine seltene, starre Form des Knick-Senkfuß handelt, hinter der strukturelle oder neurologische Ursachen stecken können. Liegen Beschwerden vor, kann das Kind etwa Einlagen verordnet bekommen.

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