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Fahrt in den Urlaub: Was hilft, wenn die Übelkeit kommt

Urlaub ist schön, doch die Anreise mit dem Auto kann zum Horror werden, wenn man unter Reiseübelkeit leidet. Kinder sind oft, aber nicht nur betroffen. Was man dagegen tun kann.

Von dpa

24.03.2026

Hin und her: Besonders kurvige Passagen stellen Reisekranke vor Herausforderungen.Clara Margais/dpa/dpa-tmn

Hin und her: Besonders kurvige Passagen stellen Reisekranke vor Herausforderungen.Clara Margais/dpa/dpa-tmn

© Clara Margais/dpa/dpa-tmn

Eine lange Autofahrt, die ganze Familie im Wagen, die Luft wird immer schlechter und dann geht’s auch noch in die Kurven. Beste Voraussetzungen für Reiseübelkeit. Warum sie entsteht, wie man vorbeugen kann und Tipps, was im Ernstfall sofort hilft.

Woher kommt Reiseübelkeit?

Bei der Autofahrt registriert das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, wenn gebremst und beschleunigt wird oder man um die Kurve fährt. Die Augen nehmen das aber nicht immer wahr, etwa wenn sie auf etwas Statisches wie ein Buch oder Display schauen, heißt es vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Man sieht dann etwas Ruhiges, während der Körper Bewegung spürt. Das kann das Gehirn nicht eindeutig einordnen und reagiert mit Übelkeit.

Achten Sie einmal darauf: Wenn Sie selbst fahren, wird Ihnen in der Regel nicht schlecht, denn dann schauen Sie automatisch auf die Straße und sehen die Bewegung auch. Übrigens: Weil bei Kindern das Gleichgewichtssystem und die Verarbeitung von Bewegungsreizen noch empfindlicher sind, wird ihnen schneller übel.

Wie kann man vorbeugen?

  • Lieber vorn als hinten sitzen: Auf dem Beifahrersitz sieht man freier als auf der Rückbank. Bewegungen lassen sich so besser einschätzen, erklärt der ACV. Achtung: Ob ein Kind nach vorn kann, hängt von Alter, Größe und Kindersitz ab. Wer nach hinten muss, sollte möglichst nach vorn aus der Scheibe schauen können.
  • Schlafenszeiten nutzen: Kindern kann es helfen, einen Teil einer längeren Strecke zu verschlafen. Wer die Fahrt in den frühen Morgen oder andere gewohnte Schlafenszeiten legt, hat einiges gewonnen. Achtung: Wer fährt, sollte ausgeruht sein.
  • Für gute Luft sorgen: Gerüche können Übelkeit auslösen oder verstärken. Essensgeruch, Lufterfrischer oder Zigarettenrauch werden im geschlossenen Auto schnell unangenehm. Dazu noch Hitze - geht gar nicht. Daher immer mal kurz lüften oder die Klimaanlage gemäßigt einstellen. Achtung: Den Luftstrom nicht direkt ins Gesicht richten.
  • Nach draußen schauen: Lesen, Filme und Smartphone verstärken oft die Übelkeit. Lieber geradeaus nach draußen schauen, am besten in die Ferne.
  • Kleinen Snack essen: Ein sehr voller Magen kann Übelkeit verstärken, ein leerer Magen dagegen ein flaues Gefühl auslösen. Am besten vorher milde Snacks essen, etwa Brot, Toast, Cracker oder Zwieback. Auch Apfelstücke und Banane wird gut vertragen. Getränke sollten ohne Kohlensäure sein. Tipp: Ingwer mindert Übelkeit und Brechreiz. Ingwer-Präparate können helfen, Tee eher nicht, heißt es auf der Webseite der „Apotheken-Umschau“.
  • Vorher Medikamente einnehmen: Wen die Übelkeit zuverlässig und heftig plagt, der oder die kann auch etwas einnehmen. Antihistaminika wie Dimenhydrinat sind laut dem Apotheken-Magazin rezeptfrei zu kaufen, man schluckt oder kaut sie meist eine bis eine halbe Stunde vor Reisebeginn. Verschreibungspflichtig ist dagegen Scopolamin.
    Achtung: Kinder sollten Medikamente nur nach Rücksprache mit einem Kinderarzt einnehmen. Die Mittel machen meist müde, manche Kinder jedoch auch unruhig. Erwachsene sollten laut dem ACV bedenken, dass manche Medikamente die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen können.

Mir ist übel - was hilft sofort?

Wem im Auto übel wird, der oder die sollte die oben genannten Ratschläge direkt umsetzen: 

  • den Blick nach vorn auf die Straße oder in die Ferne richten
  • das Buch, Handy oder Tablet weglegen
  • den Kopf möglichst ruhig halten
  • etwas Kühles wie ein feuchtes Taschentuch in den Nacken oder ins Gesicht legen
  • das Fenster öffnen und frische Luft ins Auto lassen
  • wenn möglich, kurz anhalten und aussteigen

Für alle Fälle: Haben Sie im Auto immer auch Tüte oder Spuckbeutel dabei, rät der ACV. Hat jemand erbrochen, bis zur nächsten Ausfahrt oder einem Rastplatz weiterfahren, nicht auf dem Seitenstreifen anhalten. Ausnahme ist natürlich ein Notfall wie Atemnot oder drohendes Ersticken.

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