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Emma und der Wolf - gegen Mutanten: „Beast of Reincarnation“

In einem düsteren, postapokalyptischen Japan kämpft ein Mädchen mit ihrem Tier gegen übermächtige Gegner. Was das neue Action-Rollenspiel des „Pokémon“-Studios Game Freak besonders macht.

Von Leonard Butz, dpa

04.08.2026

Mit fokussiertem Blick und festem Griff ist Emma bereit, sich jedem zu stellen.Game Freak/dpa-tmn

Mit fokussiertem Blick und festem Griff ist Emma bereit, sich jedem zu stellen.Game Freak/dpa-tmn

© Game Freak/dpa-tmn

Wer bei Game Freak automatisch an knuffige Taschenmonster denkt, wird von „Beast of Reincarnation“ überrascht. Das Entwicklerstudio, bekannt für die „Pokémon“-Hauptreihe, schickt die Spielenden diesmal ganz woanders hin.

Nämlich in ein düsteres, postapokalyptisches Japan des Jahres 4026 - und liefert damit sein bislang ungewöhnlichstes Projekt ab. Es ist zudem der erste Game-Freak-Titel, der auf Playstation 5 und Xbox Series X/S erscheint.

Die Seuche, Malefakte und Verseuchte

Der Plot: Vor langer Zeit überzog eine Seuche das Land, infizierte Pflanzen, Tiere und Menschen und verwandelte sie in riesige Mutanten, die es auf die Menschheit abgesehen haben. Diese verseuchten Kreaturen werden im Spiel Malefakte genannt.

Emma, die Protagonistin, ist selbst eine Verseuchte, aber eine, die gegen die Seuche ankämpft, statt ihr zu erliegen. An ihrer Seite ist Wolf Kuu, der auch ein Malefakt ist.

Gottähnlichen Mutanten die Kräfte rauben

Nach dem ersten größeren Kampf in einer Kolonie steht das vom Administrator genannten Präsidenten klar gesteckte Ziel: Reise von Region zu Region und besiege die dort residierenden, gottähnlichen Mutanten namens Nushi, um deren Kräfte zu absorbieren. Danach muss die Hauptstadt von der Bestie der Wiedergeburt, daher der Name des Spiels, befreit werden.

Das Spiel wirft einen ohne große Umschweife direkt ins Geschehen. Um sich mit den Spielmechaniken vertraut zu machen, sollten die ausführlichen Tutorials in Ruhe durchgelesen werden, bevor es weitergeht. Teils zeigt das Spiel aber Tutorials zu Mechaniken, die man schon drei Stunden lang verwendet hat. Hier besteht also noch Verbesserungsbedarf.

Kämpfen als Team mit Schwert und Blütenkünsten

Das Kampfsystem ist die größte Stärke von „Beast of Reincarnation“ und macht riesengroßen Spaß. Emma führt nebst Fernkampfwaffen als Hauptwaffe das Schwert. Kuu beherrscht verschiedene Fertigkeiten, die sogenannten Blütenkünste. Diese kann man ihn per Kommando einsetzen lassen, etwa um Gegner ins Taumeln zu bringen, zu verbrennen oder Emma zu heilen.

Kuus Blütenkünste kosten aber Blütenpunkte - und die werden nur aufgefüllt, wenn Emma mit ihrem Schwert gegnerische Angriffe pariert. Um in Ruhe die für die Situation passende Blütenkunst wählen zu können, lässt sich die Zeit im Kampf stark verlangsamen.

Taktische Tiefe gepaart mit Echtzeit-Action

Insgesamt also ein System, das taktische Tiefe mit Echtzeit-Action verbindet. Die Finishing-Moves hat Game Freak dabei mit sichtbarer Freude an der Inszenierung umgesetzt: Gegner werden schon mal fein säuberlich in der Mitte zerteilt.

Wer „Prinzessin Mononoke“ und „Sekiro: Shadows Die Twice“ schon immer mal kombiniert sehen wollte, kommt hier auf seine oder ihre Kosten. Gerade das Parieren als zentrale Verteidigungsmechanik erinnert stark an Klassiker des japanischen Entwicklers FromSoftwares. Die Gegner sind clever gestaltet und die Kämpfe teilweise fordernd. Wer sich aber auf die Story fokussieren will, kann die Schwierigkeit des Spiels reduzieren.

Der Bauera als rollendes Zuhause und Rückzugsort

Über die Welt verteilt lassen sich Lager entdecken und aktivieren. Sie dienen als Schnellreisepunkte - zur Heilung, zum Erlernen neuer Skills, zum Upgragen von Waffen oder zum Zubereiten von Proviant. Und dann gibt es noch den sogenannten Bauera. Das ist eine Art mobiles Zuhause mit Werkbank, Bett, Küche und Dusche.

Der Bauera bringt die Protagonisten Stück für Stück näher an die Hauptstadt heran und dient als Rückzugsort nach anstrengenden Kämpfen, auch um die spannende Story von dort aus voranzutreiben.

Fertigkeiten, Ausrüstung und ein findiger Wolf

Mit der Zeit lassen sich sowohl Emmas als auch Kuus Fertigkeiten ausbauen und die Ausrüstung kann aufgewertet werden. Eine kleine, aber nette Ergänzung: Sowohl Emma als auch Kuu haben je eigene Hunger-Stats. Ist der Hunger gestillt, verbessert sich beim Erkunden der Welt auch langsam die Gesundheit des Duos.

Auf der Reise hilft Kuu zudem beim Aufspüren von Truhen und anderem Loot, allerdings sind seine Hinweise nicht immer eindeutig. Wer nicht genau hinschaut, übersieht schon mal, was der Wolf gerade entdeckt hat.

Eine geheimnisvolle Welt mit stimmungsvollem Soundtrack

Über gut gestaltete Zwischensequenzen erfährt man nach und nach mehr über Emma, Kuu und die weiteren Charaktere sowie deren gemeinsame Vorgeschichte. Besonders deutlich wird das beim Erreichen von Unterstadt: Licht und Stimmung kippen merklich ins Düstere, sorgen für angsteinflößende Vibes, und auch die Musik zieht spürbar an. Kein Zweifel: Jetzt wird es ernst.

Apropos Musik: Der Soundtrack gehört zu den Stärken des Spiels und erinnert streckenweise an „Stellar Blade“ - mit einem Gespür für Stimmungen und das richtige Timing.

Fazit: Vielversprechende Action mit Melancholie und Tiefe

Mit über 30 Stunden Spielzeit für die Hauptstory ist „Beast of Reincarnation“ kein schnell abgehaktes Nebenbei-Erlebnis, sondern ein Titel, der sich Zeit nimmt, seine Welt und seine Charaktere zu entfalten.

„Beast of Reincarnation“ zeigt, dass Game Freak auch abseits von „Pokémon“ ein Gespür für stimmige, charaktergetriebene Welten hat. Wer actiongeladene Kämpfe mag und nichts gegen eine gehörige Portion Melancholie hat, findet hier ein vielversprechendes Paket aus taktischem Kampfsystem, liebevoll gestalteter Welt und einer Geschichte, die nicht auf schnelle Antworten, sondern auf Geheimnisse setzt.

Das Spiel ist auf Englisch und Japanisch synchronisiert, bietet aber Untertitel und Menüführung in deutscher Sprache.

Wer sich auf die Jagd nach dem Biest der Wiederbelebung begeben will, kann „Beast of Reincarnation“ für PC, Xbox Series X/S und Playstation 5 erwerben, und zwar zum Preis für rund 55 Euro für die Standardedition. Freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren (USK).

Grasige Felder und wachsame Gegner: Manchmal lohnt es, sich an Gefahren heranzuschleichen.Game Freak/dpa-tmn

Grasige Felder und wachsame Gegner: Manchmal lohnt es, sich an Gefahren heranzuschleichen.Game Freak/dpa-tmn

© Game Freak/dpa-tmn

Dank ihr behalten Emma und Kuu nicht nur den Überblick: Die Karte lässt die beiden auch via Schnellreise zügig von A nach B reisen.Game Freak/dpa-tmn

Dank ihr behalten Emma und Kuu nicht nur den Überblick: Die Karte lässt die beiden auch via Schnellreise zügig von A nach B reisen.Game Freak/dpa-tmn

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Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Emma und Kuu verständigen sich zu Beginn des Spiels lediglich über Blicke und Gesten.Game Freak/dpa-tmn

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Ein riesengroßes Biest greift die Kolonie an - nun ist es am Protagonisten-Duo, den Eindringling zu erledigen.Game Freak/dpa-tmn

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© Game Freak/dpa-tmn

In der Bauera wartet schon das ehemalige Waisenkind Kagura, wenn Emma und Kuu von ihren Streifzügen durch die von Mutanten überrannte Welt zurückkehren.Game Freak/dpa-tmn

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© Game Freak/dpa-tmn

Das Anpirschen an ahnungslose Gegner wird belohnt - und zwar mit einem Finisher, der den Gegner direkt kampfunfähig macht.Game Freak/dpa-tmn

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© Game Freak/dpa-tmn

Über einen komplexen Baum kann Emmas und Kuus Repertoire an Fertigkeiten erweitert und verstärkt werden.Game Freak/dpa-tmn

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