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Einmal im Jahr: So funktioniert der Gasleitungs-Check daheim

Dem Einsturz eines Hauses in Görlitz könnte eine Gasexplosion zugrunde liegen. Das lenkt den Blick auf die Sicherheit von Gasanschlüssen. Und hier kann man auch ohne Fachwissen genau hinsehen.

Von dpa

20.05.2026

Gasleitungen sollten alle zwölf Jahre von Fachleuten und zusätzlich jährlich selbst per Sichtprüfung kontrolliert werden.picture alliance/dpa

Gasleitungen sollten alle zwölf Jahre von Fachleuten und zusätzlich jährlich selbst per Sichtprüfung kontrolliert werden.picture alliance/dpa

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Erdgasleitungen im Haus sollten alle zwölf Jahre von Fachleuten überprüft werden. Doch nicht nur das: Es ist auch sinnvoll, sie einmal im Jahr selbst genauer in den Blick zu nehmen – ebenso wie etwa den Gasherd oder andere Gasgeräte. Dazu rät der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Die gute Nachricht: Technisches Know-how brauchen Sie für diesen Jahres-Check nicht. Es genügt laut DVGW, genau hinzuschauen. Und das tut man am besten zunächst einmal bei der Haupt-Absperreinrichtung: Ist sie wirklich frei zugänglich oder womöglich zugestellt mit Fahrrädern, Kartons und Co.?

Wer den Gashahn erst freiräumen muss, verliert Zeit

Die Haupt-Absperreinrichtung sitzt übrigens dort, wo die Gasleitung durch die Wand ins Haus kommt, manchmal auch in einem Anschlusskasten außerhalb des Gebäudes. An ihr kann man die Gaszufuhr dem DVGW zufolge im „Falle eines Falles“ unterbrechen. Wer hier im Notfall allerdings erst allerlei Gegenstände wegräumen muss, verliert wertvolle Zeit. Halten Sie die Absperreinrichtung also immer frei.

  • Anschließend sollten Sie bei Ihrem Check einmal prüfen, ob die Gasleitungen, die frei verlegt vor der Wand oder unter der Decke entlanglaufen, noch gut befestigt sind. 
  • Außerdem sollten sie keine „Durchhänger“ haben, so der DVGW. 
  • Wichtig: Gasrohre sind keine Lastenträger. Hängen Sie also keine Gegenstände daran, auch keine schmückenden Blumenampeln und Co. 
  • Und wer die Leitungen in der Wohnung etwa aus optischen Gründen verkleiden will, sollte dabei unbedingt auf Lüftungsöffnungen in der Verkleidung achten: Der Hohlraum dahinter muss immer gut durchlüftet sein.

Gasschlauchleitung darf nicht heiß werden

Auch den Zustand der Leitung sollte man einmal genauer ansehen. An metallenen Leitung blättert die Farbe ab? Dann können Sie selbst zum Pinsel greifen. Sieht die Gasleitung allerdings angegriffen aus, etwa weil von einer Kaltwasserleitung darüber Schwitzwasser heruntertropft, ist die Leitung ein Fall für den Fachbetrieb. 

Gleiches gilt übrigens, wenn eines Ihrer Gasgeräte Auffälligkeiten zeigt. 

  • Das ist laut DVGW der Fall, wenn Rußspuren zu sehen sind oder Verfärbungen am, im oder um das Gasgerät. 
  • Auch wenn Sie ungewöhnliche Geräusche beim Anspringen bemerken oder einen auffälligen Geruch beim Betrieb.
  • Auch wenn Bedienungsknöpfe fehlen, sollten Sie Fachleute kontaktieren.

Sie haben einen Gasherd, der an eine Gas-Steckdose angeschlossen ist? Dann achten Sie beim jährlichen Check am besten außerdem darauf, dass die Gasschlauchleitung nicht verdreht oder verknickt ist – und nicht zu heiß werden kann: Hier kommt es also auf ausreichend Abstand zu den offenen Flammen und der heißen Umgebung des Backofens an.

Riechprobe mit Duftkarten 

Gut zu wissen: Wer die Gasleitungen zu Hause sicher halten will, muss alles ab den Erdgas-Netzanschluss in den Blick nehmen. Denn hier liegt die Schnittstelle zur Gasübergabe „für den Hausgebrauch“, wie es der DVGW formuliert – und zugleich die Schnittstelle der Zuständigkeit.

Bis zur Haupt-Absperreinrichtung gehört der Hausanschluss noch in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Netzbetreibers. Ab der Haupt-Absperreinrichtung des Netzanschlusses liegt die Verantwortung für die Gas-Installation laut DVGW in den Händen von Eigentümern und Mietern.

Ein Tipp: Weil ein Gasleck im schlimmsten Fall zu Explosionen oder Bränden führen kann, sollten Sie Gasgeruch frühzeitig erkennen können. 

  • Das Gas im Leitungsnetz riecht ätzend oder nach faulen Eiern, auch schon bei geringen Konzentrationen. 
  • Damit Sie sich mit dem Geruch vertraut machen können, bieten viele Gasnetzbetreiber Riechproben in Form von Duftkarten an, so die Aktion Das sichere Haus (DSH). 
  • Im Ernstfall erkennen Sie Gasgeruch nach der Schnüffelprobe dann vielleicht sicherer und schneller.

Riecht es nach Gas, gilt übrigens laut DSH: Ruhe bewahren, lüften und den Hauptabsperrhahn zudrehen. Dann können Sie Nachbarn warnen - und zwar ohne zu klingeln oder anzurufen - und sich an den Gasversorger oder die Feuerwehr wenden. In jedem Fall müssen Sie Funken vermeiden, damit sich ausströmendes Gas nicht entzündet. Feuerzeuge, Kerzen, elektrische Schalter und Co. sind dann also tabu.

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