Eine Wohnung, so viel Geschichte: „The Berlin Apartment“
Welche Geschichten stecken in den Wohnungen, in denen wir leben? Genau der Frage geht dieses First-Person-Adventure nach - und nimmt Spielende mit auf eine spannende Zeitreise.
Anno dazumal mussten Ofen und Herd natürlich noch mit Holz oder Kohlen eingeheizt werden.-/btf Gmbh bildundtonfabrik/dpa-tmn
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Der Ort, an dem „The Berlin Apartment“ spielt, ist gleichzeitig fiktiv und real. Das erkennt man unter anderem an dem großen Wandbild, das gegenüber der für das Spiel namensgebenden Wohnung zu sehen ist.
„Astronaut Cosmonaut“ ist ein Kunstwerk, das wirklich existiert. Aber eigentlich ziert es ganz andere Häuser - jedenfalls sind es nicht diejenigen, die im Spiel zu sehen sind. Aber dennoch verrät der Blick aus dem Fenster, wo sich die Wohnung befindet: Mitten in Kreuzberg.
Berliner Altbauwohnung
Worum geht’s? - Ein Handwerker und seine Tochter Dilara leben in einer typischen Berliner Altbauwohnung – hohe Decken, Stuck, Flügeltüren. Während der Vater renoviert, steuern die Spielenden Dilara. Mit ihr entdecken sie dabei allerlei Dinge, die auf Vormieterinnen und Vormieter zurückgehen.
Diese Dinge werden in episodischen Geschichten erzählt und erstrecken sich über einen langen Zeitraum. Mit 1933, 1945, 1967 oder 1989 werden Schicksalsjahre der Stadt und des ganzen Landes aufgegriffen. Die Episoden sind auf verschiedene Arten sehr berührend – egal ob es der Anfang einer Liebesgeschichte ist, bei der die Mauer zwischen den Liebenden steht, oder ob es um eine Familie geht, die nach Kriegsende versucht, irgendwie einen schönen Heiligabend zu gestalten, obwohl es an allem fehlt.
Papierflieger und Weihnachtsbaum
Innerhalb der Episoden warten auf die Spielenden immer wieder kleinere und größere interaktive Elemente. Das geht etwa vom Papierflieger-Falten bis hin zum Schmücken des improvisierten Weihnachtsbaums.
Zugegeben: Das alles ist nicht wahnsinnig anspruchsvoll, zieht Spielende aber angenehm in die Geschichte hinein. Hier und da ist die Steuerung mit Maus und Tastatur zwar etwas klobig geraten. Richtig stören tut das aber nur selten.
In der Gesamtschau ist „The Berlin Apartment“ ein spielerisch wenig herausforderndes Adventure. Das machen aber die tollen Geschichten und der Fokus auf die interessante Wohnung großteils wieder wett. Das Spiel ist für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S erschienen und hat eine Altersfreigabe (USK) von zwölf Jahren. Kostenpunkt: rund 25 Euro.
Neue Tapeten, alte Standuhr: Vater renoviert das „Berlin Apartment“.-/btf Gmbh bildundtonfabrik/dpa-tmn
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Interaktiver Part in „The Berlin Apartment“; „Badentkachelung“ mit Hammer.-/btf Gmbh bildundtonfabrik/dpa-tmn
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Schlimme Erinnerungen: Auch der Zweite Weltkrieg ist natürlich Thema in „The Berlin Apartment“.-/btf Gmbh bildundtonfabrik/dpa-tmn
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Weihnachten mit wenig: Wie es früher in Notzeiten war, erzählt das Spiel auch.-/btf Gmbh bildundtonfabrik/dpa-tmn
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