Panorama

Dürre im Süden und Osten – kaum Entspannung in Sicht

Süddeutschland leuchtet auf der Dürrekarte tiefrot: Um den Mangel auszugleichen, bräuchte es einen ziemlich niederschlagsreichen Sommer. Was das für Felder, Wälder und Flüsse bedeutet.

Von dpa

05.07.2026

Pflanzen wie Mais leiden unter der Trockenheit im Boden.Patrick Pleul/dpa

Pflanzen wie Mais leiden unter der Trockenheit im Boden.Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Deutschlands Böden sind trocken – besonders im Süden und Osten des Landes. Das liege jedoch weniger an der vergangenen heftigen Hitzewelle, sondern eher daran, dass es in den vergangenen acht Monaten zu wenig Niederschläge gegeben habe, erklärte Andreas Marx, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung den Dürremonitor betreibt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Was die Hitzewelle macht, ist das Ausprägen einer Blitzdürre im Oberboden. Also diese obersten 25 Zentimeter, teilweise auch noch ein bisschen tiefer, also bis 30, 40 Zentimeter.“ Bei hohen Temperaturen verdunste mehr Wasser und die Pflanzen verbrauchten mehr. „Wo in den oberen Schichten noch Wasser war, geht das relativ schnell verloren.“

Außergewöhnliche Dürre im Süden

In die tieferen Schichten des Bodens passe grundsätzlich ein ganzer Jahresniederschlag. Doch der Grundwasserstand sei niedrig, nachdem es seit Herbst 2025 wenig geregnet habe. Auf den Karten des Dürremonitors zur Bodenfeuchtigkeit bis etwa 1,80 Meter in die Tiefe ist der südlichste Teil Deutschlands tiefrot eingefärbt – was außergewöhnliche Dürre markiert.

„So ein Defizit löst sich normalerweise nicht über den Sommer auf. Im Sommer werden die Böden immer trockener“, erklärte Marx. „Jetzt ist die Bodenfeuchte so niedrig, dass es einen extrem nassen Sommer bräuchte, um das wieder auszugleichen – und das ist eher unwahrscheinlich.“

Folgen für Wälder, Flüsse und Landwirtschaft

Für das Ökosystem Wald sei die Situation eine Belastung. Es drohten Dürreschäden und indirekte Folgen wie Borkenkäfer-Befall. Zudem drohe der schon jetzt niedrige Wasserstand der Flüsse noch weiter zu fallen. „Der Anteil des Wassers in den Flüssen, das aus dem Grundwasser kommt, ist hoch“, so der Experte. Mit sinkendem Grundwasserstand erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit für Niedrigwasser. Das könne Folgen für die Wirtschaft haben, wenn etwa Schiffe nicht mehr voll beladen werden können.

Für die Landwirtschaft sieht Marx mit Blick auf die Sommerkulturen wie Mais oder Zuckerrüben Herausforderungen durch die Trockenheit. Es sei mit Ernteeinbußen zu rechnen, wenn nicht überdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Wochen oder Monaten kämen.

Wegen Niedrigwasser hat eine Elbfähre vorübergehend den Betrieb eingestellt. Jens Büttner/dpa

Wegen Niedrigwasser hat eine Elbfähre vorübergehend den Betrieb eingestellt. Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

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