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Darauf kommt es bei Wanderstöcken wirklich an

Wie finde ich die passende Länge? Was ist beim Material wichtig? Und warum sollte man Wanderstöcke manchmal lieber weglassen? Die wichtigsten Tipps für den Einsatz zum Start der Wandersaison.

Von dpa

30.04.2026

Wanderstöcke: mehr Halt, weniger Knie-Zoff. Wer oft in bergigem Gelände unterwegs ist, fährt mit verstellbaren Stöcken besser.picture alliance / dpa-tmn

Wanderstöcke: mehr Halt, weniger Knie-Zoff. Wer oft in bergigem Gelände unterwegs ist, fährt mit verstellbaren Stöcken besser.picture alliance / dpa-tmn

© picture alliance / dpa-tmn

Wanderstöcke geben Halt und entlasten die Beine. Sie können auf der Bergtour und beim Waldspaziergang nützlich sein – solange die Stöcke zum Körper passen und man sie überlegt einsetzt. Worauf es ankommt:

Richtige Länge

Mit einer einfachen Formel kommt man zur korrekten Stocklänge: Körpergröße mal 0,7. Bei einer 1,80 Meter großen Person wären das zum Beispiel 1,26 Meter. Fünf bis zehn Zentimeter Spielraum nach oben und unten sind laut der Stiftung Warentest ratsam, um sie bei bergigen Passagen justieren zu können – dabei gilt: im Anstieg die Stöcke etwas kürzer einstellen, im Abstieg länger.

Für das Wandern in der Ebene gilt: Der Stock sollte so lang eingestellt sein, dass er auf dem Boden aufsetzt, wenn die Ellenbogen 90 Grad gebeugt sind.

Passendes Material

Teleskopmodelle lassen sich in- und auseinander schieben, Faltmodelle zusammen und auseinander klappen. Erstere sind auch zusammengeschoben teils noch so lang, dass sie außen an den Rucksack geschnallt werden müssen, wenn man sie nicht nutzt. Letztere passen mit ihrem kleineren Packmaß in der Regel gut ins Innenfach.

Modelle aus Carbon seien oft leichter und dämpften Vibrationen besser, schätzt der Tüv Süd ein. Aluminiumstöcke wiederum gelten laut der Prüforganisation als widerstandsfähiger gegenüber Stößen – gerade im alpinen Gelände könne Bruchfestigkeit ein entscheidendes Kriterium sein. 

Die Stöcke haben Spitzen, die sich auf Waldböden, Geröll und Wiesen bewähren. Für Asphaltwege gibt es oft Aufsätze aus Gummi, die auf diesem Belag das Material schonen und zusätzlichen Grip geben.

Korrekte Anwendung

Die Hände gehören von unten durch die Schlaufe, um einen sicheren Griff zu haben. Ausnahme: Bei schwierigen Abstiegen nimmt man sie lieber aus den Schlaufen, damit man die Hände zum Abfangen frei hat, falls man hinfällt.

Beim Aufstieg können die Stöcke parallel aufgesetzt werden, sodass die Arme zusätzlichen Schub geben, wenn man hohe Absätze überwinden muss. Geht es steil bergab, kann man die Stöcke vor sich setzen und so auch den Oberkörper zum Abfedern nutzen. Doch Vorsicht: Rutschen die Spitzen ab, drohen Stürze. Das kann vor allem auf Gestein schnell passieren.

Ein weiterer Punkt: Schiebt sich der Stock beim Abstieg plötzlich zusammen, ist das gefährlich. Deshalb sollte man immer wieder prüfen, ob die Verschlüsse fest sind - gerade bei Teleskopstöcken.

Überlegter Einsatz

Der Deutsche Alpenverein rät, die Stöcke vor allem dann einzusetzen, wenn man deren Unterstützung benötigt. Um etwa Kraftspitzen auf die Knie bei sehr hohen Stufen oder im Abstieg zu puffern. Bei langen Touren können die Stöcke durch die Belastungsverteilung auf Beine und Arme die Ermüdung verzögern, sodass man länger durchhält.

Doch es gibt auch Gründe, sie mal wegzulassen: Durch das Gehen ohne Stöcke werde die neuromuskuläre Feinabstimmung in den Beingelenken geschult und das helfe, Knie fit und gesund zu halten, erläutert der Alpenverein. Außerdem könne intensiver Stockeinsatz die Handgelenke überlasten.

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