Ausräumen nach Todesfall: Warum Geduld wichtig ist
Wann ist der richtige Moment, um persönliche Dinge nach einem Todesfall auszusortieren? Wie Betroffene emotionale Belastungen erkennen und Unterstützung finden.
Einst Lieblingsplatz einer geliebten Person, jetzt Sperrmüll? Einen Haushalt nach einem Todesfall aufzulösen, ist für viele Angehörige eine emotionale Herausforderung. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Wer nach einem Todesfall eine Wohnung oder ein Haus ausräumen muss, sollte sich nicht unter Zeitdruck setzen. „Die Beziehung zu Kleidung und persönlichen Dingen kann unmittelbar nach dem Verlust noch sehr emotional sein“, sagt die Psychologin Eva Wlodarek.
Sie rät: Zunächst nur das Nötigste weggeben und mit dem eigentlichen Aussortieren warten, bis die akute Trauer abgeklungen ist. Entscheidend ist nicht, wie schnell ausgeräumt ist, sondern dass es sich richtig anfühlt.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Hilfe von außen ist laut Wlodarek nötig, wenn das Aussortieren zu einer starken emotionalen Belastung wird. Wenn also überhaupt keine Entscheidung getroffen werden kann oder man sich bei jedem Gegenstand in Schuld, Angst oder Trauer verliert.
Manchen Menschen hilft es schon, einen engen Freund oder eine enge Freundin dazuzuholen. Unterstützung findet man aber auch in Trauergruppen, bei Trauerbegleitern, Seelsorgern oder Wohlfahrtsverbänden. Auch psychologische Beratung oder psychotherapeutische Unterstützung sind denkbar.
Unterstützung ist nicht zuletzt auch dann sinnvoll, wenn Familienmitglieder sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was man aus dem Haushalt eines verstorbenen Angehörigen oder einer verstorbenen Angehörigen behalten sollte. Dann kann eine neutrale Person vermitteln. Gibt es Streit, ist unter Umständen auch eine Mediation sinnvoll.