ADAC-Kindersitztest: Jeder zweite Sitz ist „gut“
Welche Eltern wollen nicht, dass ihr Kind im Auto sicher unterwegs ist? Aber welcher Sitz ist gut? Und worauf achtet man beim Gebraucht-Kauf? Ein Test von ADAC und Stiftung Warentest hilft weiter.
Getestet, aber nicht immer für gut befunden: Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest und europäischen Partnern 16 aktuelle Kindersitze und Babyschalen geprüft.ADAC/dpa-tmn
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Lässt sich der Kindersitz einfach einbauen, sitzt oder liegt das Kind gut, stimmt der Preis - und vor allem: Ist er auch sicher? Welche Modelle dahingehend etwas taugen, hat der ADAC gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren europäischen Partnern zum zweiten Mal in diesem Jahr getestet. Auf dem Prüfstand waren insgesamt 16 aktuelle Modelle, darunter acht Babyschalen.
Jeder zweite Sitz ist „gut“
Das Fazit: Insgesamt wird knapp jeder zweite Sitz mit „gut“ bewertet. Eine Babyschale und ein Kindersitz rasseln dagegen mit „mangelhaft“ durch, und zwar nicht einmal die günstigsten im Test. Die drei besten „Guten“ sind Babyschalen, der Testsieger ist gleichzeitig das teuerste Produkt. Das sind die jeweiligen Sieger in den verschiedenen Größen:
- Babyschale: „Maxi-Cosi Coral Slide Pro + Familyfix Slide Pro“, geeignet für eine Größe von 40-87 cm, crica 570 Euro (Note 2,1).
- Baby und Kleinkind: „Recaro Toron 1“, 40-105 cm, rund 550 Euro (Note 2,3)
- Kleinkind: „Cybex Sirona G3 + Base G3“, 61-105 cm, etwa 500 Euro (Note 2,5)
- Kleinkind und Kind: „Maxi-Cosi MobiFix Pro“, 61-125 cm, rund 550 Euro (Note 2,5)
Die Mängel der beiden durchgefallenen Testsitze waren erheblich: So öffnete sich bei einer Babyschale beim Frontalcrash das Gurtschloss des Hosenträgergurtes, der Baby-Dummy wurde herausgeschleudert. Der Hersteller hat laut dem ADAC aber inzwischen einen Rückruf angekündigt. Auch ein für Kleinkinder und Kinder geeigneter Sitz versagte im Frontalcrash.
Kindersitz: Darauf muss man bei Kauf achten
Nicht jeder Sitz passt zu jedem Auto. Bei der Auswahl des passenden Sitzes sollten Eltern daher immer auf einen Probe-Einbau bestehen. Folgendes sollte man im Blick haben:
- Nach der i-Size-Sicherheitsnorm zugelassene Kindersitze können auf Autositze mit i-Size-Freigabe montiert werden. Schauen Sie dafür auf die Kennzeichnung am Autositz oder ins Fahrzeug-Handbuch.
- Sitz und Basis am besten zusammen kaufen. Denn nicht jede Isofix-Basis passt automatisch zum Kindersitz desselben Herstellers.
- Die Schultergurtführung des Sitzes muss zum Fahrzeug passen. So sollte sich der Gurt bei Sitzerhöhungen mit Rückenlehne selbstständig aufrollen, wenn sich das Kind nach vorn beugt.
- Es muss genug Platz sein, wenn die Kopfstütze des Kindersitzes nach oben gestellt oder der Sitz zum Anschnallen des Kindes zur Seite gedreht wird. Ebenso muss Platz sein zwischen dem Vordersitz und dem Kindersitz dahinter.
- Wenn Sie häufig das Fahrzeug wechseln, ist ein leichterer Kindersitz vielleicht besser.
- Nicht zu früh auf den nächstgrößeren Sitz wechseln, erst einmal Gurte und Rückenlehne nachjustieren.
Augen auf beim Gebrauchtkauf
Nicht jeder kann oder will sich einen neuen Sitz kaufen. Vielleicht ist auch der vom größeren Geschwisterkind noch in Ordnung. Der ADAC Hessen-Thüringen weist allerdings auf folgende Grundsätze hin:
- Babyschalen und Kleinkindersitze sollten höchstens sechs bis sieben Jahre verwendet werden, Sitzerhöhungen mit Rückenlehne für größere Kinder nicht länger als acht bis zehn Jahre.
- Ältere Kindersitze sollten unbedingt ein gültiges Prüfsiegel haben. Diese sind: i-size/UNI Reg. 129 für Kindersitze, die ab September 2024 verkauft wurden, UN ECE Reg 44/04 & UN ECE Reg 44/03 für ältere gebrauchte Kindersitze.
- Informieren Sie sich, ob der Sitz möglicherweise inzwischen Teil einer Rückrufaktion war. Tipp: Der ADAC testet zweimal jährlich Kindersitze und listet auch die Bewertungen älterer Sitze weiterhin auf.