Panorama

250 Jahre USA, 30 Jahre „Independence Day“

Alien-Alarm, Weißes Haus zerstört: Mehr als 9 Millionen gingen 1996 allein in Deutschland für diesen Film ins Kino. Was den Sci-Fi-Film bis heute besonders macht und wie Emmerich selbst darauf blickt.

Von Gregor Tholl, dpa

02.07.2026

Filmszene aus „Independence Day“: Das Weiße Haus wird vom Vernichtungsstrahl eines gigantischen Raumschiffs getroffen.picture alliance / dpa

Filmszene aus „Independence Day“: Das Weiße Haus wird vom Vernichtungsstrahl eines gigantischen Raumschiffs getroffen.picture alliance / dpa

© picture alliance / dpa

Vor 30 Jahren lief der Sci-Fi-Katastrophenfilm „Independence Day“ des Regisseurs Roland Emmerich in den USA im Kino an - deutscher Kinostart war damals später, erst im September (19.9.1996). Wer ihn zum Jubiläum schauen will: Der über zweistündige Film steht beim Streamingdienst Disney+ mit Abo zum Abruf bereit. „Erleben Sie dieses epische Science-Fiction-Werk, das eine neue Blockbuster-Ära startete“, heißt es da.

In Deutschland musste der Kinostart des Science-Fiction- und Katastrophenfilms vor 30 Jahren offensichtlich nicht so datumsgenau sein, zum 4. Juli, also Amerikas Unabhängigkeitstag. In den USA ist der Feiertag natürlich eine große Sache und ein populärer Tag für Blockbuster im klimatisierten Kino. 

Der Feiertag erinnert an die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika am 4. Juli 1776 in Philadelphia, was zum diesjährigen 250. Geburtstag der USA führt.

„Independence Day“ wurde zweiterfolgreichster Film überhaupt

Zurück zum 30 Jahre alten „Independence Day“: Der legendäre Film, in dem eine Armada feindlich gesinnter Aliens die Erde und die Menschheit vernichten will, war global der erfolgreichste Film des Jahres 1996. 

„Independence Day“ wurde damals auf einen Schlag der zweiterfolgreichste Film der Geschichte (nach „Jurassic Park“ von Steven Spielberg von 1993). 

Danach kamen aber Dutzende umsatzstarke Kinohits heraus (etwa „Titanic“ 1997, „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ 2009), so dass „Independece Day“, der weltweit rund 817 Millionen US-Dollar an den Kinokassen einspielte, heute nur noch Platz 110 in der Liste der erfolgreichsten Filme einnimmt (Stand: Ende Juni 2026).

Mehr als 9 Millionen Kinobesucherinnen und -besucher wurden allein in Deutschland für das Werk gezählt, er war damit der meistbesuchte Kinofilm 1996 hierzulande. Zum Vergleich: der in Deutschland erfolgreichste Kinofilm ein Jahr später war „Men in Black“ mit 7,4 Millionen Besuchern, zwei Jahre später dann „Titanic“ mit 18 Millionen Besuchern.

„Independece Day“ polarisierte: Er stieß bei Kritikern und Zuschauern sowohl auf große Begeisterung als auch auf heftige Ablehnung. Ikonisch ist die Szene, in der das Weiße Haus in Washington zerstört wird und in die Luft fliegt.

Handlung spielt am 2., 3. und 4. Juli

Das „Lexikon des internationalen Films“ ordnet das Werk wie folgt ein: „Schrill-patriotischer Science-Fiction-Film“. Und: „Ideologisch fragwürdig, aber erfolgreich in seiner Spekulation mit äußerlichen und emotionalen Effekten.“

Die Handlung im Film erstreckt sich über drei Tage und beginnt an einem 2. Juli, zwei Tage vor dem US-Unabhängigkeitstag - dem Independence Day. Ein riesiges Raumschiff von Außerirdischen mit einem Durchmesser von mehr als 500 Kilometern schwenkt in die Erdumlaufbahn ein. Diese Besucher führen nichts Gutes im Schilde.

Ein Emmerich-Film wäre aber natürlich kein Emmerich-Film, wenn es nicht eine Menge tapferer Männer gäbe, die sich der drohenden Apokalypse patriotisch und entschlossen entgegenstellen. Gespielt werden die Helden unter anderem von Will Smith (Pilot Captain Steve Hiller), Jeff Goldblum (Satellitentechniker David Levinson) und Bill Pullman (US-Präsident Thomas J. Whitmore). 

Emmerich sagt: „Mein erfolgreichster Film“

Der inzwischen 70 Jahre alte Emmerich („Godzilla“, „The Day After Tomorrow“, „2012“) sagte kürzlich der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg, der Film sei natürlich für ihn sehr bedeutsam, weil es „mein erfolgreichster Film“ ist. Es sei für ihn klasse, dass er damit seine Karriere habe durchstarten können.

Als seinen besten oder wichtigsten Film sieht der gebürtige Stuttgarter den Actionkracher aber nicht. Sein Lieblingsfilm in der eigenen Filmografie sei „Anonymus“. In dem politischen Thriller aus dem Jahr 2011 geht es unter anderem darum, ob die Werke von William Shakespeare wirklich von ihm selbst geschrieben worden sind.

September 1996: Der deutsche Regisseur Roland Emmerich bei der Deutschlandpremiere seines Films „Independence Day“. (Archivbild)picture alliance / dpa

September 1996: Der deutsche Regisseur Roland Emmerich bei der Deutschlandpremiere seines Films „Independence Day“. (Archivbild)picture alliance / dpa

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