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Zwei Jahre nach Kegelrobben-Todesserie steht Prozess bevor

Ungewöhnlich viele Robben tauchten binnen kurzer Zeit im Herbst 2024 an Rügens Küste auf. Hätten zwei Fischer dies zumindest teils verhindern können? Diese Frage soll nun vor Gericht geklärt werden.

Von dpa

19.10.2026

Die Häufung von Todesfällen von Kegelrobben an der Küste Rügens im Herbst 2024 ist Gegenstand einer bevorstehenden Gerichtsverhandlung. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Die Häufung von Todesfällen von Kegelrobben an der Küste Rügens im Herbst 2024 ist Gegenstand einer bevorstehenden Gerichtsverhandlung. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Im Zusammenhang mit der aufsehenerregenden Todesserie bei Kegelrobben an Rügens Küste im Herbst vor zwei Jahren steht nun ein Gerichtsprozess bevor. Am 13. November befasst sich das Amtsgericht Stralsund im Rahmen einer Hauptverhandlung mit dem Vorwurf, zwei Fischer von der Insel hätten gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Die Verhandlung findet in der Zweigstelle des Gerichts in Bergen auf Rügen statt.

Den Beschuldigten im Alter von 44 und 66 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft Stralsund vor, den Tod von mindestens 5 Kegelrobben zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Bis zum 12. Oktober 2024 sollen mindestens 19 der besonders geschützten Tiere in eine Reuse geschwommen und verendet sein, sagte ein Gerichtsprecher unter Verweis auf Angaben der Staatsanwaltschaft. 

Einspruch gegen Strafbefehle

Obwohl die Fischer dies bei einer Kontrolle mitbekommen hätten, seien anschließend bis zum 14. Oktober fünf weitere Robben in der Reuse verendet. Die Männer hätten keine geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen, um dies zu verhindern, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Nach langwierigen Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Anfang des Jahres mitgeteilt, dass Strafbefehle gegen die Fischer erlassen worden seien. Weil beide Einspruch gegen die Strafbefehle samt Geldstrafen einlegten, steht nun die Gerichtsverhandlung bevor. Ein eventueller Fortsetzungstermin ist laut Gericht für den 18. November 2026 reserviert.

2024 waren im Oktober in kurzer Zeit mehr als 40 tote Robben an Rügens Küste gefunden worden. Ein natürlicher Tod wurde nach damaligen Untersuchungen ausgeschlossen. Laut Experten des Deutschen Meeresmuseums gab es Hinweise darauf, dass die Robben ertrunken sind. Das Land hatte später veranlasst, dass bestimmte Reusen an der gesamten Küste Mecklenburg-Vorpommerns nur noch mit Robbenschutzvorrichtungen aufgestellt und betrieben werden dürfen.

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