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Tränen bei Dinkci: FCH schöpft Hoffnung - Sorgen bei Rivalen

Eren Dinkci widmet sein wichtiges Tor seiner an Krebs erkrankten Freundin – und gibt Heidenheim im Abstiegskampf neuen Mut. Bei St. Pauli und Wolfsburg ist die Stimmung gedämpfter.

Von Maximilian Wendl, dpa

26.04.2026

Emotionale Szene: Eren Dinkci wurde mit Sprechchören gefeiert.Tom Weller/dpa

Emotionale Szene: Eren Dinkci wurde mit Sprechchören gefeiert.Tom Weller/dpa

© Tom Weller/dpa

Seine Tränen konnte Eren Dinkci nur schwer verbergen. Während sein Club im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga den Druck auf die Konkurrenz vom FC St. Pauli und VfL Wolfsburg erhöhte, erlebte der Profi vom 1. FC Heidenheim nach der Krebsdiagnose seiner Freundin seinen ganz persönlichen Lichtblick. 

„So ein Tor gibt natürlich auch Kraft“, sagte der 24-Jährige nach dem wichtigen 2:0 gegen den Mitkonkurrenten St. Pauli, bei dem Dinkci nach Abpfiff sichtlich bewegt mit Sprechchören gefeiert wurde. „Das Tor ist ihr gewidmet, ganz klar. Und ich hoffe, dass sie sich gefreut hat und ihr das Tor auch ein bisschen Kraft schenkt.“

Ärzte hatten bei der Partnerin des Heidenheimer Leihspielers Ende Januar Blutkrebs festgestellt. Der Club nutzte die Aufmerksamkeit zuletzt auch für DKMS-Registrierungsaktionen - die Resonanz sei „überwältigend“ gewesen.

Erstes Tor nach Schicksalsschlag

Das 2:0 war sein erstes Tor nach dem Schicksalsschlag und könnte beim Schlusslicht den Glauben an die späte Bundesliga-Rettung neu entfachen. Denn: Hätte der FCH gegen die Hamburger verloren, wäre der Abstieg nach drei Jahren in der Bundesliga besiegelt gewesen. Nun beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch vier Zähler.

Trotz des anspruchsvollen Restprogramms - beginnend mit dem Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim deutschen Meister FC Bayern - ist die Hoffnung zurück. „Wir haben sie schon einmal geschlagen“, sagte Trainer Frank Schmidt und erinnerte an das 3:2 vor heimischer Kulisse im April 2024. „Jetzt spielen wir in München, da haben wir oft eine passable Leistung gebracht. Wenn wir das ganz Verrückte schaffen wollen, dann sollten wir nächste Woche schon etwas mitnehmen.“

Der Glaube bei Frank Schmidt und dem FCH ist zurück.Tom Weller/dpa

Der Glaube bei Frank Schmidt und dem FCH ist zurück.Tom Weller/dpa

© Tom Weller/dpa

Er fahre nicht dorthin, um nur mitzuspielen, sagte der Coach und bekam dabei Zuspruch von Sky-Experte und Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann: „Im Fußball sind schon verrückte Dinge passiert, warum also nicht?“

Klare Worte von Pauli-Coach Blessin

Bei St. Pauli befinden sich die Protagonisten dagegen längst in Alarmbereitschaft. Der Kiez-Club wartet seit Ende Februar auf einen Dreier und zeigte auch in Heidenheim einen über weite Strecken ideenlosen Auftritt. Kapitän Jackson Irvine wollte sich damit nicht lange aufhalten: „Um ehrlich zu sein, wir müssen auf die nächsten drei Spiele schauen. Es gibt noch neun Punkte zu vergeben und wir müssen uns jetzt einfach neu fokussieren.“

Niedergeschlagen nach dem Dämpfer in Heidenheim: die Mannschaft des FC St. PauliTom Weller/dpa

Niedergeschlagen nach dem Dämpfer in Heidenheim: die Mannschaft des FC St. PauliTom Weller/dpa

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Coach Alexander Blessin haderte mit der Schläfrigkeit seiner Schützlinge in der Anfangsphase und der fehlenden Gegenwehr - ein essenzieller Faktor im Kampf um den Klassenverbleib. „In Summe ist es dann einfach zu wenig, um etwas zu holen“, sagte der 52-Jährige, der mit seiner Mannschaft hart ins Gericht ging. Man stehe zu Recht auf dem Relegationsplatz, meinte er. Für die am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) bevorstehende Partie gegen Mainz 05 gehe es darum, „die Spieler zu finden, die jetzt aufstehen wollen“.

Hecking erwartet einen Dreikampf

VfL-Coach Dieter Hecking erwartet nach dem torlosen Remis gegen Borussia Mönchengladbach und nun zwei ungeschlagenen Spielen nacheinander derweil nur noch einen Dreikampf, obwohl auch Mainz 05 als Zehnter noch nicht endgültig gerettet ist. Er glaube, „dass es nur noch zwischen Heidenheim, St. Pauli und uns geht“, sagte Hecking. „Die anderen werden schon noch ihre Punkte holen.“

Es hätte zwar besser laufen können, gab der VfL-Trainer nach dem verpassten Sprung des Vorletzten auf Rang 16 zu. Aber es habe auch viele Aspekte gegeben, die er positiv wahrgenommen habe. Das deckt sich insbesondere mit der Beobachtung von Heidenheim-Coach Schmidt, dessen Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison kein Gegentor kassierte. 

Die Tabellensituation spricht weiter für St. Pauli und Wolfsburg, das Momentum und das Wir-Gefühl jedoch für den 1. FC Heidenheim. Nach dem nächsten Zeichen im Abstiegskampf und den emotionalen Wochen rund um Eren Dinkci sagte Schmidt: „Man kann alles erreichen, wenn man zusammenhält.“

Dieter Hecking erwartet einen Dreikampf um den Klassenerhalt.Swen Pförtner/dpa

Dieter Hecking erwartet einen Dreikampf um den Klassenerhalt.Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

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