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Sanierung der „Greif“ - bald Innenausbau und Motor dran

Die Sanierung des Traditionsseglers „Greif“ gleicht einem Marathon mit Kämpfen ums Geld und einem wichtigen Personalwechsel. Der neue Betriebsleiter steht vor großen Herausforderungen.

Von dpa

10.07.2026

Seit 2022 ist die „Greif“ zur Sanierung in Stralsund.Stefan Sauer/dpa

Seit 2022 ist die „Greif“ zur Sanierung in Stralsund.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Noch ist der Innenraum des einzigen in der DDR gebauten Segelschulschiffs weitgehend leer, aber bald sollen auch hier die Arbeiten an der „Greif“ weitergehen. „Die Ausschreibungen sind jetzt auf der Zielgeraden“, sagte der neue Betriebsleiter Niels Luthardt. „Zeitnah werden dort die Zuschläge erteilt werden, sodass es dann auch wirklich losgehen kann.“

Der rund 75 Jahre alte und 41 Meter lange Segler ist in den zurückliegenden Jahren in Stralsund von Grund auf erneuert worden. Die Außenhaut, das Stahlgerippe, die Stahldecks sowie die Masten wurden restauriert. Das Schiff hat neue Aufbauten bekommen. „Der Innenausbau fehlt noch, der Motor, Elektro und die letzten elektrischen Geräte, die da alle angeschlossen werden müssen“, sagte Luthardt.

Die Ausschreibungen etwa für den Innenausbau sind nach Aussage des neuen Betriebsleiters auf der Zielgeraden. Stefan Sauer/dpa

Die Ausschreibungen etwa für den Innenausbau sind nach Aussage des neuen Betriebsleiters auf der Zielgeraden. Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Im März kam die „Greif“ vom Stralsunder Werftgelände aus wieder ins Wasser. Sie war 2022 zur Sanierung nach Stralsund gekommen. Wann kann sie wieder in See stechen? „Da bin ich ganz, ganz vorsichtig“, sagt Luthardt. 2027 sei angestrebt. „Jetzt fragen Sie mich nicht wann, in welchem Monat.“

Ringen um Gelder für Sanierung

Bereits in der Vergangenheit kam es zu Verzögerungen, auch wegen der Pleite des beteiligten Unternehmens Fosen in Stralsund. Zudem ist die Sanierung deutlich teurer als ursprünglich geplant. 

Nach einigem Ringen hatte die Bürgerschaft Greifswald Ende 2025 zusätzlich 2,9 Millionen für die Sanierung bewilligt. Nach damaligen Angaben des Oberbürgermeisters Stefan Fassbinder (Grüne) waren seit Beginn der Sanierung rund vier Millionen Euro in das Projekt geflossen - 1,8 Millionen davon von der Stadt. Rund 1,9 Millionen Euro seien von Bund und Land bereitgestellt worden, 300.000 Euro durch Spenden und Stiftungsgelder zusammengekommen.

Es handelt sich um das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff.Stefan Sauer/dpa

Es handelt sich um das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff.Stefan Sauer/dpa

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Das Ringen um die Finanzen hatte auch zum Ausscheiden des bisherigen Betriebsleiters Friedrich Fichte geführt. Dieser hatte um die Aufhebung seines Vertrags gebeten. 

Zwar hatte die Bürgerschaft zusätzliches Geld für die Sanierung bewilligt, aber für die Zukunft ein Betriebskonzept verlangt, das ermöglicht, den jährlichen Zuschuss der Stadt auf 250.000 Euro zu begrenzen. Fichte hielt das nach eigener Aussage für unrealistisch und begründete damit seinen Abgang.

Neuer Betriebsleiter vor großer Herausforderung

Luthardt tritt seinen Posten als Betriebsleiter Anfang August an. Er ist sich der Herausforderung bewusst, die Vorgabe der Bürgerschaft bei gestiegenen Kosten zu erfüllen. „Das ist natürlich jetzt ein Spagat, der da hingelegt werden muss.“ Konkret könne er sich nicht äußern, da er sich noch einarbeiten müsse. Er denke aber, die Auslastung der „Greif“ müsse besser werden und man müsse mehr Mitsegler gewinnen. 

Man habe durch die Stilllegung fast sechs Jahre verloren. Es gelte also, Menschen zurückgewinnen. „Und wahrscheinlich neue dazugewinnen.“ Das Marketing müsse gestärkt werden. „Also ich geh‘ mit viel Freude an der Arbeit, auch mit sehr viel Respekt, weil es nicht einfach wird.“

Der 62-Jährige hat das Schiff bereits 1982 genauer kennengelernt während seiner Ausbildung als Seeoffizier in der DDR - damals hieß es noch „Wilhelm Pieck“. Das Schiff, das als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft ist, wurde 1951 in Rostock gebaut und damals auf den Namen des ersten DDR-Präsidenten getauft.

Luthardt ist selbst begeisterter Segler. „Sonst würd‘ ich’s nicht machen“, sagt er zu seinem neuen Job. „Es gibt nichts Schöneres, als einen Sonnenaufgang auf dem Meer zu erleben, wenn es nicht gerade stürmisch ist.“

Noch sieht es innen weitgehend leer aus.Stefan Sauer/dpa

Noch sieht es innen weitgehend leer aus.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Angestrebt wird, dass die „Greif“ 2027 wieder segelt.Stefan Sauer/dpa

Angestrebt wird, dass die „Greif“ 2027 wieder segelt.Stefan Sauer/dpa

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