Sachsens Bauernverband begrüßt Entlastung bei Energiekosten
17 Cent weniger pro Liter – aber reicht das? Warum Bauernpräsident Krawczyk trotzdem Klarheit bei der Agrardiesel-Regel fordert und was das für Betriebe bedeutet.
Sachsens Bauernverband begrüßt Entlastung bei Energiekosten. (Archivbild)Robert Michael/dpa
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Der sächsische Bauernverband (SLB) begrüßt die von der Bundesregierung angekündigte vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin. Dieser Schritt sei überfällig und ein wichtiges Signal zur Entlastung der Betriebe in einer Phase anhaltend hoher Betriebsmittelkosten, sagte SLB-Präsident Torsten Krawczyk. „Es ist richtig, dass die Bundesregierung neben Verbraucherinnen und Verbrauchern auch die Wirtschaft in den Blick nimmt. Gerade die landwirtschaftlichen Betriebe sind jetzt in der Feldbestellung in besonderem Maße von hohen Energiepreisen betroffen.“
Gleichzeitig müssten die konkreten Auswirkungen auf den Agrardiesel zwingend schnell und eindeutig geregelt werden, hieß es weiter. So sei zu klären, ob und in welcher Form sich die temporäre Steuersenkung auf die Rückerstattungsregelungen beim Agrardiesel auswirke. „Es darf nicht dazu kommen, dass landwirtschaftliche Betriebe am Ende schlechter gestellt werden, weil bereits beim Einkauf geringere Steuern anfallen und dadurch Rückerstattungsansprüche gekürzt werden“.
In zweitägigen Verhandlungen hatten sich Union und SPD am Wochenende auf Entlastungen an den Zapfsäulen verständigt. Dazu soll die Energiesteuer bei Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate gesenkt werden. Damit würde der Preis pro Liter aber weiter deutlich über dem Preisniveau liegen, das vor Beginn des Iran-Krieges galt. Auf dem bisherigen Höhepunkt kurz nach Ostern war ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt um gut 70 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, ein Liter Super E10 um gut 41 Cent, wie Zahlen des ADAC zeigen.