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Ring aus Pforzheim - Deutschland gibt Beutekunst an Polen

Das besetzte Polen ist im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ausgeplündert worden. Nun kehren ein wertvoller Ring, eine alte Handschrift und kleine Eisenbahnmodelle nach Polen heim.

Von dpa

17.06.2026

Deutschland hat Kulturgüter zurückgegeben, die im Zweiten Weltkrieg in Polen geraubt worden waren.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Deutschland hat Kulturgüter zurückgegeben, die im Zweiten Weltkrieg in Polen geraubt worden waren.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Deutschland hat einen alten Ring des polnischen Königshauses, der im Zweiten Weltkrieg geraubt wurde und zuletzt im Schmuckmuseum Pforzheim war, an Polen zurückgegeben. Die Übergabe an die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska fand beim Deutsch-Polnischen Forum in Berlin statt. 

„80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges können heute in enger Zusammenarbeit mit den bewahrenden Einrichtungen und der polnischen Seite Kulturgüter an Polen zurückgegeben werden, die während Krieg und Besatzung geraubt wurden“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Die Rückgabe sei Ausdruck von gegenseitigem Respekt und bleibender deutscher Verantwortung.

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) spricht bei der Übergabe.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) spricht bei der Übergabe.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der Goldring mit einem 3,5 Karat schweren Diamanten stammt aus dem 16. Jahrhundert. Er wird dem Besitz von König Sigismund I. aus der Jagiellonen-Dynastie zugeschrieben. Wie andere Schätze wurde der Ring kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen 1939 aus Warschau in den Ort Sienawa gebracht. Dort plünderten deutsche Truppen die Sammlung. 1963 wurde der Ring dem Schmuckmuseum Pforzheim als Teil einer größeren Ringsammlung geschenkt.

Der Oberbürgermeister der Schmuckstadt, Peter Boch (CDU), nannte die Rückgabe ein Stück historischer Verantwortung. „Wir verstehen diesen Schritt als Zeichen des Respekts und der Freundschaft gegenüber unserem polnischen Nachbarn“, sagte er.

Handschrift der alten Hymne Polens

Aus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin kehrt eine mittelalterliche Handschrift nach Polen zurück, die einen Teil des Textes der alten polnischen Hymne „Gaude Mater Polonia“ enthält. Das Heft aus sechs Pergamentblättern stammt aus der Bibliothek des Priesterseminars in Plock, deren Bestände im Zweiten Weltkrieg geplündert und weitgehend zerstört wurden.

Die polnische Kulturministerin Cienkowska freut sich über die Rückkehr einer alten Handschrift.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die polnische Kulturministerin Cienkowska freut sich über die Rückkehr einer alten Handschrift.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Außerdem wurden Eisenbahnmodelle und Zubehör zurückgegeben, die dem Verkehrsmuseum Warschau gehören, aber 1940 dort entwendet wurden. Sie wurden in den Beständen des Deutschen Technikmuseums in Berlin ausfindig gemacht.

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