Merz und Frei kritisieren Unionsfraktionsvize Sepp Müller
Kurz vor der von der CDU krachend verlorenen Landtagswahl äußerte sich der aus Sachsen-Anhalt stammende Müller über einen möglichen Auftrag der AfD zur Regierungsbildung. Es gibt scharfe Kritik.
CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz nach Sitzungen der Parteispitze in Berlin.Kay Nietfeld/dpa
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Kanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Thorsten Frei haben dem aus Sachsen-Anhalt stammenden Unionsfraktionsvize Sepp Müller (alle CDU) Querschüsse im Landtagswahlkampf vorgeworfen.
Ohne Müller beim Namen zu nennen, rügte CDU-Chef Merz dessen Agieren nach Sitzungen der Parteispitze öffentlich. Er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, „dass es niemand von uns verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist“, sagte Merz vor Journalisten.
Der aus Sachsen-Anhalt stammende Müller hatte am 4. September im „Politico“-Podcast „Berlin Playbook“ gesagt, sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann habe AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen Regierungsbildungsauftrag.
Unionsfraktionschef Frei sagte vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag auf die Journalistenfrage, ob die Rüge von Merz Konsequenzen für Müller in der Fraktion haben werde, man könne „immer über alles reden, man kann auch Gedankenspiele haben, die ich nicht teile“. Insbesondere dann, wenn man so etwas allerdings zwei Tage vor einer Landtagswahl tue, „dann ist es in höchstem Maße problematisch“. Ministerpräsident Sven Schulze und die CDU in Sachsen-Anhalt hätten es „jedenfalls nicht als eine Wahlkampfunterstützung empfunden“, sagte Frei. Er ergänzte: „Deswegen ist es etwas, was besser unterblieben wäre.“
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag.Michael Kappeler/dpa
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