Mädchen unter Druck gesetzt - Pädokrimineller verurteilt
Seit Januar steht „White Tiger“ vor Gericht - nun ist ein Urteil in einem ähnlichen Fall gesprochen worden. Die Opfer waren junge Mädchen, die der Täter zu schrecklichen Taten drängte.
Erneut musste sich in Hamburg ein junger Mann vor Gericht verantworten, der Kinder und Jugendliche im Internet manipuliert und zu Selbstverletzungen genötigt haben soll. (Archivbild) Georg Wendt/dpa
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Der Fall erinnerte an den Pädokriminellen „White Tiger“: In Hamburg ist ein junger Mann verurteilt worden, der Kinder und Jugendliche im Internet zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen vor der Webcam genötigt haben soll.
Der Angeklagte wurde insbesondere wegen mehrerer Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt und wegen gefährlicher Körperverletzung in zehn Fällen, teilweise in sogenannter mittelbarer Täterschaft, zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Eine Kooperation mit dem gesondert verfolgten „White Tiger“, dessen Verfahren ebenfalls vor dem Landgericht Hamburg anhängig sei, habe die Jugendkammer aber nicht festgestellt.
Angriffe auf homosexuelle Männer
Das Gericht sah 20 Fälle im sogenannten „Com-Netzwerk“ als erwiesen an. Der Verurteilte soll auf insgesamt sieben Mädchen eingewirkt und sie unter Druck gesetzt haben, um sie zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen zu nötigen. Dabei soll er teils allein, teils mit anderen gemeinschaftlich gehandelt haben.
Zu Prozessbeginn hatte die Staatsanwaltschaft dem 18-Jährigen zudem Angriffe auf homosexuelle Männer vorgeworfen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen sieben Fällen der gefährlichen Körperverletzung. Er soll die Opfer über Dating-Portale unter einem falschen Namen zu einem Treffen gelockt und dort - teils gemeinschaftlich - unvermittelt angegriffen haben.
„White Tige“ steht seit Januar vor Gericht
Im Fall „White Tiger“ wird bereits seit Januar gegen einen 21 Jahre alten Deutsch-Iraner vor dem Landgericht verhandelt - ebenfalls in nicht öffentlichen Sitzungen. Der Hamburger soll zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben.