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Giffey kämpferisch: Ich wäre besser als Regierungschefin

Franziska Giffey kritisiert Kai Wegner für sein Verhalten beim Stromausfall und sieht sich selbst als die bessere Regierungschefin. Welche Argumente sie anführt.

Von dpa

01.07.2026

Hält sich für besser als Wegner: Franziska Giffey. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Hält sich für besser als Wegner: Franziska Giffey. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Knapp drei Monate vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl hat Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kämpferisch den Anspruch der SPD auf das Amt des Regierungschefs untermauert und dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) charakterliche Schwächen bescheinigt. Gefragt nach Wegners Tennismatch während des großen Stromausfalls im Januar sagte Giffey dem „Tagesspiegel“: „Es gibt nicht umsonst den Spruch: In der Krise zeigt sich der Charakter. Da gibt es bei vielen Wählern zu Recht Enttäuschungen.“

Hintergrund: Wegner hatte wenige Stunden nach Beginn des Blackouts Anfang Januar Tennis gespielt – was er aber zunächst verschwiegen hatte. Spott und Empörung waren die Folge; die Opposition forderte seinen Rücktritt.

Giffey sagte weiter, sie selbst halte sich im Vergleich zu Wegner immer noch für die bessere Regierende Bürgermeisterin. Auf die Frage, woran sie das festmache, antwortete sie: „Verantwortungsbewusstsein, Kompetenz, Professionalität.“ Offizieller SPD-Spitzenkandidat für die Wahl am 20. September ist allerdings Steffen Krach, nicht Giffey.

SPD setzt auf enttäuschte CDU-Wähler

Giffey sagte, es gebe nach ihrem Eindruck viele enttäuschte CDU-Wähler, die nun für die SPD gewonnen werden könnten. Die wollten einfach eine seriöse, pragmatische Politik der Mitte. „Die wollen, dass wir uns um die Probleme der Stadt kümmern. Diese Hoffnung haben sie in die CDU gesetzt, und die ist nach ihrem Empfinden nicht erfüllt worden.“

Die SPD-Politikerin wuchs bei Fürstenwalde östlich von Berlin auf. Von der Bildungsstadträtin und Bürgermeisterin im Berliner Multi-Kulti-Bezirk Neukölln stieg sie zur Bundesfamilienministerin auf. Wegen einer Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit trat Giffey im Mai 2021 aus dem Kabinett zurück. Ihr Doktortitel in Politikwissenschaft wurde ihr wegen Täuschung bei der Übernahme fremder Inhalte aberkannt.