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Gedenken an Kriegsende „weitgehend störungsfrei“

Hunderte Polizistinnen und Polizisten sind rund um die Gedenkveranstaltungen zum Kriegsende in der Hauptstadt im Einsatz. Auch der russische Botschafter ist zu sehen. Zugleich gibt es mahnende Worte.

Von dpa

10.05.2026

Menschen haben rote Blumen niedergelegt. Michael Ukas/dpa

Menschen haben rote Blumen niedergelegt. Michael Ukas/dpa

© Michael Ukas/dpa

Die Polizei zieht zu den Veranstaltungen rund um den Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin eine überwiegend positive Bilanz. Insgesamt seien die Gedenkveranstaltungen und Versammlungen „weitgehend störungsfrei“ verlaufen, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei.

Am Samstag sei es insgesamt zu 17 Strafanzeigen sowie 33 Ordnungswidrigkeiten gekommen: Anzeigen gab es demnach unter anderem wegen Körperverletzung, tätlicher Angriffe oder der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Am Freitag waren es demnach 10 Strafanzeigen. „Insgesamt verliefen die beiden Tage abgesehen davon überwiegend störungsfrei und friedlich“, hieß es in einem Post auf X.

Verschiedene russische und deutsche Gruppen und Initiativen erinnerten mit Kundgebungen und Demonstrationen am Freitag und Samstag an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der Nazi-Herrschaft im Mai 1945. 

Russischer Botschafter bei Gedenkmarsch

Der russische Botschafter Sergej Netschajew nahm am Samstag an einem Gedenkmarsch in Berlin teil. Dabei besuchte er das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten, wo er auch an einer Kranzniederlegung teilnahm. Zahlreiche Menschen legten am Ehrenmal rote Blumen nieder.

Der russische Botschafter Sergej Netschajew nahm an der Versammlung teil.Michael Ukas/dpa

Der russische Botschafter Sergej Netschajew nahm an der Versammlung teil.Michael Ukas/dpa

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Nach Angaben der Polizei nahmen rund 600 Menschen an dem Gedenkzug teil, der sich vom Brandenburger Tor zum Ehrenmal bewegte. 1.000 Teilnehmer waren angemeldet gewesen. Am Samstag waren nach Angaben der Polizei insgesamt 38 Versammlungen im Stadtgebiet angemeldet.

Symbole und Flaggen an Ehrenmalen nicht erlaubt

Für die Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Kriegsendes an den drei sowjetischen Ehrenmalen verbat die Polizei wegen des Ukraine-Krieges Uniformen und russische Fahnen. Am Freitag und Samstag wurden an den Ehrenmalen im Treptower Park, nahe dem Brandenburger Tor und in Schönholz Flaggen und Symbole mit Bezug zu Russland, aber auch militärische Uniformen und Abzeichen sowie Marsch- und Militärlieder untersagt. Ausnahmen galten für Diplomaten, Veteranen des Weltkriegs und Vertreter von einigen Staaten. Auch Symbole zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine waren verboten.

Gegen diese Auflagen sei vereinzelt verstoßen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Rund 1.030 Kräfte der Polizei waren am Samstag im Einsatz, hieß es von der Behörde auf X. Am Freitag waren es den Angaben nach 830.

„Nachtwölfe“ nicht in Berlin

Russische oder deutsche Mitglieder des prorussischen und nationalistischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ kamen wie in den vergangenen Jahren zu dem Gedenktermin aus Osteuropa nach Deutschland. In diesem Jahr fuhren sie nach Angaben der Polizei aber nicht durch Berlin.

Am Freitag hatten viele Menschen am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin rote Blumen niedergelegt, um an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren zu erinnern. Auch Kränze wurden aufgestellt - auch in den Farben der ukrainischen Flagge. „Gegen Invasoren gestern heute morgen“, stand dort. 

Auch ein Kranz in den Farben der ukrainischen Fahne wurde aufgestellt.Annette Riedl/dpa

Auch ein Kranz in den Farben der ukrainischen Fahne wurde aufgestellt.Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

Brandenburg hatte am Freitag mit einer Gedenkfeier im Landtag an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke rief zum Miteinander als Mittel gegen Krieg auf. „Diktatoren, die ihr eigenes Grundgesetz ignorieren, die Friedensordnung der Welt zu sprengen suchen und populistisch die eigene Bevölkerung belügen, gehören nicht ins 21. Jahrhundert“, sagte die SPD-Politikerin.

Zuletzt gab es einen Angriff auf eine Synagoge in Cottbus

Der Nationalsozialismus werde 81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs „immer noch geleugnet, verharmlost und glorifiziert“, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU). „Es ist unerträglich, wie offen das Erinnern von manchen infrage gestellt wird“, so der stellvertretende Ministerpräsident. „Die Zahl antisemitischer und rechtsextremer Vorfälle in Brandenburg steigt seit Jahren an. Die jüngsten Angriffe auf die Synagoge in Cottbus sprechen eine traurige Sprache.“ Redmann betonte: „Hier werden die Lehren aus dem Nationalsozialismus geleugnet.“

Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Generäle der deutschen Wehrmacht unterzeichneten in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 ein entsprechendes Dokument vor den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion in Berlin-Karlshorst. Russland feiert den Sieg über Deutschland am 9. Mai.