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Garnisonkirche bekommt tonnenschwere Säulen für Turmhaube

Fast 300 Jahre nach dem Original entsteht die Turmhaube der umstrittenen Garnisonkirche neu – mit tonnenschweren Stahlsäulen und Wetterfahne. Was steckt hinter dem millionenteuren Projekt?

Von dpa

05.05.2026

Die Säulen aus Edelstahl sollen die Turmhaube der Garnisonkirche in Potsdam tragen.Soeren Stache/dpa

Die Säulen aus Edelstahl sollen die Turmhaube der Garnisonkirche in Potsdam tragen.Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Mehrere tonnenschwere Säulen aus Edelstahl sollen künftig die Haube der wiederaufgebauten und umstrittenen Garnisonkirche in Potsdam tragen. Die 24 Säulen gehören zur Unterkonstruktion der rund 27 Meter großen Spitze des Turms, wie Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, beschreibt. Sie sollen mit Holz verschalt und danach mit Kupferblech umhüllt werden. 

Obendrauf kommt noch eine drehbare Wetterfahne - dann ist der Kirchenbau von außen komplett. „Ziel ist es, im Frühjahr 2027, also in etwa einem Jahr, die Haube fertig hier unten gebaut zu haben und dann auf den Turm aufzusetzen.“

Die Militärkirche von 1735 war im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, die Reste wurden 1968 gesprengt. Über den Wiederaufbau der Garnisonkirche wurde wegen ihrer dunklen Vergangenheit jahrelang gestritten. Im März 1933 hatte Reichspräsident Paul von Hindenburg am „Tag von Potsdam“ dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Kirche die Hand gereicht. Deshalb galt sie als Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus. 

Früher waren die Säulen aus Eichenstämmen gefertigt

Von etwa 60 Tonnen Gewicht der kompletten Haube inklusive Stahlsäulen spricht Hagen Mehmel von der Baudenkmalpflege Potsdam. Was heute neu sei im Vergleich zu vor 300 Jahren? „Es gibt neue Erkenntnisse in Statik und in der Bemessung und damals hat man die Säulen aus Eiche gemacht.“ Es sei ähnlich wie beim Schiffbau gewesen.

Etwa ein Zehntel des über 3 Millionen teuren Bauprojektes steuert Leinemann zufolge die Fördergesellschaft bei. Der Rest seien Spenden - mehrere kleine Spender und ein Großspender - und Fördermittel des Bundes. Der Turm der Kirche wurde 2024 eröffnet. Ursprünglich sollte dann auch mit dem Bau der Haube begonnen werden - doch eine Klage im Ausschreibungsverfahren habe für eine etwa einjährige Verzögerung gesorgt.

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