Entlassener Gesundheitsstaatssekretär kritisiert Merz
Auf seine Entlassung reagiert Gesundheitsstaatssekretär Sorge mit einer heftigen Erklärung. Er hofft nach eigenen Worten, dass die Entscheidung von Friedrich Merz „einer übergeordneten Logik folgt“.
Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge ist mit seiner Entlassung nicht zufrieden. (Archivfoto)Philip Dulian/dpa
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Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge reagiert auf seine Entlassung mit deutlicher Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU). „Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte“, schreibt der Abgeordnete in einer Erklärung, die er in sozialen Netzwerken verbreitete. Als Teil der Personalrochade des Kanzlers und CDU-Chefs soll die Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium werden und Sorge ablösen.
Sorge zweifelt an „übergeordneter Logik“
„Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme ich zur Kenntnis“, schreibt Sorge. „Dass er sie - anstelle eines persönlichen Gesprächs mit
mir - zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage.“ Weiter schreibt der in Thüringen geborene Sorge, der seit 2013 für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg im Bundestag sitzt: „Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben.“
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der vor der Wahl in seinem Land im September um seinen Posten kämpft, hatte die Personalrochade im Deutschlandfunk als „nicht unbedingt gut verlaufen“ bezeichnet.
Sorge schreibt über Merz‘ Entscheidung: „Zu hoffen bleibt, dass sie einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen.“ Sorge zählt zentrale Aufgaben in seinem Ressort auf und wünscht „dem neuen Bundesgesundheitsminister Carsten
Linnemann und seinem Team alles erdenklich Gute und viel Erfolg“.
Sorge-Nachfolgerin mit Dank Merz
Auch Schenderlein äußerte sich, übte dabei aber keine Kritik an Merz. Sie freue sich auf die neue Aufgabe. Schenderlein bedankte sich bei Merz und zahlreichen anderen und erwähnte „hervorragende Anknüpfungspunkte“ des neuen zum alten Amt – etwa die Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden oder die Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums für „die sportliche Bewegungsförderung“.
Die designierte Gesundheitsstaatssekretärin Christiane Schenderlein freut sich auf die neue Aufgabe. (Archivfoto)Kay Nietfeld/dpa
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