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Einziges DDR-Segelschulschiff nach Jahren wieder im Wasser

Mit strahlendem neuem Anstrich und bei bestem Wetter ist der Traditionssegler „Greif“ wieder ins Wasser gelassen worden. Noch ist das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff aber nicht seetüchtig.

Von dpa

05.03.2026

Nach Jahren auf dem Trockenen liegt die „Greif“ wieder im Wasser.Stefan Sauer/dpa

Nach Jahren auf dem Trockenen liegt die „Greif“ wieder im Wasser.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Nach langer Zeit auf dem Trockenen liegt die „Greif“ - das einzige in der DDR gebaute Segelschulschiff - wieder im Wasser. Auf dem Gelände der Stralsunder Volkswerft wurde der Traditionssegler nach umfassenden Sanierungsarbeiten per Schiffslift ins Wasser gelassen. „Das ist ein besonderer Tag für uns“, sagte Friedrich Fichte, Betriebsleiter des Seesportzentrums Greif. Die „Greif“ sei das erste Mal seit drei Jahren wieder in ihrem Element.

Der rund 75 Jahre alte und 41 Meter lange Rahsegler sei von Grund auf saniert worden. „Die Stahldecks wurden erneuert. Das Schiff hat neue Aufbauten bekommen. Die Masten wurden restauriert“, erklärte Fichte. „Damit das Schiff dann wieder als Segelschulschiff unterwegs sein kann und auch wirklich auf den Meeren fahren kann, ist noch ein Innenausbau notwendig.“ Auch der Motor fehle noch.

„Das ist heute ein sehr freudiger Tag“, sagte auch Heinz Bartsch, erster stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Rahsegler Greif. „Mit dem Schiff verbindet mich meine Jugendzeit.“ Als 17-Jähriger sei Bartsch 1967 das erste Mal mitgefahren. „Damals noch als Ausbilder von der Gesellschaft für Sport und Technik.“

Denkmal von nationaler Bedeutung

Da es wegen der laufenden Sanierung nicht möglich gewesen sei, zu segeln, habe man einiges dafür tun müssen, die Mitglieder bei der Stange zu halten. „Mitgliederschwund hatten wir trotzdem, aber es hält sich in Grenzen.“ Er sei zuversichtlich, 2027 wieder mit der „Greif“ in See stechen zu können.

Das Schiff, das als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft ist, wurde 1951 in Rostock gebaut und damals auf den Namen des ersten DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck getauft. Es diente zur DDR-Zeit zur Ausbildung von Seeleuten. 1991 übernahm die Stadt Greifswald das Schiff und benannte es in „Greif“ um. Anfang 2020 war dem Schiff aufgrund erheblicher Schäden die Fahrtgenehmigung entzogen worden.

Ursprünglich als Sprint geplant habe sich die Sanierung zu einem Marathon entwickelt, sagte Fichte. Ein Grund sei die Insolvenz des zwischenzeitlich beauftragten Unternehmens Fosen in Stralsund gewesen.

Auch der Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) war bei der Verlegung des Schiffes dabei.Stefan Sauer/dpa

Auch der Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) war bei der Verlegung des Schiffes dabei.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Ringen ums Geld

Nach einigem Ringen hatte die Bürgerschaft Greifswald Ende 2025 zusätzlich 2,9 Millionen für die Sanierung bewilligt. Nach damaligen Angaben des Oberbürgermeisters Stefan Fassbinder (Grüne) waren seit Beginn der Sanierung rund vier Millionen Euro in das Projekt - 1,8 Millionen davon von der Stadt. Rund 1,9 Millionen Euro seien von Bund und Land bereitgestellt worden, 300.000 Euro durch Spenden und Stiftungsgelder zusammengekommen.

Die Stadt sucht unterdessen einen neuen Betriebsleiter, nachdem Fichte um die Aufhebung seines Vertrags gebeten hat. Zum Ende des Monats scheidet er aus. Zwar hatte die Bürgerschaft zusätzliches Geld für die Sanierung bewilligt, aber für die Zukunft ein Betriebskonzept verlangt, das ermöglicht, den jährlichen Zuschuss der Stadt auf 250.000 Euro zu begrenzen. Fichte hält das nach eigener Aussage für unrealistisch und begründete damit seinen Abgang.

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