Eintracht gegen Hannover: Anspannung nicht nur auf dem Feld
Auch ohne die große Rivalität birgt das 185. Niedersachsen-Derby Brisanz. Der Verlierer zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 steckt vorerst im Abstiegskampf. Sorgen bereiten die Fans.
Das Niedersachsen-Derby steht vor der 185. Auflage. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa
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Das Vorspiel zum 185. Niedersachsen-Derby begann für die Fußball-Fans von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 schon früh. Zwei Wochen vor der brisanten Zweitliga-Partie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) waren vermummte Personen - mutmaßlich 96-Anhänger - in eine Halle in Braunschweig eingedrungen und hatten Utensilien der Fanszene der Eintracht entwendet. Die Ermittler leiteten Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und des Raubes ein.
Zudem tauchten in der Nacht zum vergangenen Dienstag etwa 40 Plakate mit Hassbotschaften gegen Eintracht Braunschweig auf. Auch in Celle, Peine und Gifhorn sollen Plakate aufgehängt worden sein.
Appell der niedersächsischen Innenministerin
In der vergangenen Saison waren beide Derbys weitgehend friedlich verlaufen. Doch die Ereignisse im Vorfeld des Spiels lassen einen Rückfall in die unheilvolle Vergangenheit befürchten. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) appellierte an die Vereine und die beiden verfeindeten Fan-Lager - und warnte zugleich.
„Die Sicherheitsbehörden haben ihren Job im Vorfeld gemacht. Nun liegt es bei den Vereinen und den Fans zu zeigen, dass Derbys in Niedersachsen ohne Gefährdung der Zuschauenden durch Gewaltausbrüche und Pyrobeschuss stattfinden können“, ließ die auch für den Sport zuständige Ministerin auf Anfrage mitteilen.
Sieht vor dem Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 die Vereine und die Fans in der Pflicht: Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Die 58-Jährige machte mögliche Konsequenzen deutlich: „Sollte dies nicht der Fall sein, sehen wir uns gezwungen, zukünftig weitergehende Maßnahmen wie personalisierte Tickets, reduzierte Gästefan-Kontingente oder sogar Geisterspiele anordnen zu müssen.“
Zahlreiche polizeiliche Maßnahmen
Laut Anna Ahrens, Sprecherin der Polizei Braunschweig, werden mehrere hundert Polizisten wieder im Einsatz sein. Genaue Zahlen nennt sie aus polizeitaktischen Gründen nicht. Von der Bundespolizeiinspektion Hannover hieß es, dass wie in den Vorjahren „eine konsequente Trennung der beiden Fanlager eingehalten“ wird.
Die Gegenden um das Eintracht-Stadion und um den Hauptbahnhof werden mit Drohnen überwacht, Straßen gesperrt. Für die Anreise per Bahn erließ die Bundespolizei eine Allgemeinverfügung. Das Mitführen von Glasflaschen, Vermummungsgegenständen und Pyrotechnik ist verboten.
Hunderte von Polizisten sind beim Niedersachsen-Derby im Einsatz. Moritz Frankenberg/dpa
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Die Anspannung in Braunschweig und Hannover ist zu spüren - sicherheitstechnisch wie sportlich. „Ich glaube, dass es allen guttut, darüber nachzudenken, dass man zu dem Spiel geht, weil da Jungs Fußball spielen“, sagte Eintracht-Trainer Lars Kornetka.
Dafür lohne es sich, im Stadion zu sein oder den Fernseher einzuschalten. „Auf der anderen Seite werden auch viele Kinder im Stadion sein. Und ich hoffe, dass das auch alle berücksichtigen.“
Kluft zwischen Ansprüchen und Wirklichkeit
Sportlich geht es für beide Vereine um einiges. Wer verliert, steckt vorerst im Abstiegskampf. Die Braunschweiger rangieren nach zwei Siegen in bislang acht Saisonspielen und mit sieben Zählern auf Rang 15. Mit nur einem Zähler mehr steht Hannover 96 einen Platz davor.
„Wir sind ganz ehrlich mit uns. Es war nicht unsere Wunschvorstellung, dass wir zu diesem Zeitpunkt da stehen, wo wir aktuell stehen“, sagte Kornetka. Das Fehlen von Spielmacher Linus Tempelmann macht sich besonders bemerkbar, die Abschlussschwäche ist eklatant.
Wagners Derby-Debüt in Niedersachsen
Vor der ähnlichen Aufgabe steht auch Kornetkas Kollege Sandro Wagner. Der Nachfolger von Christian Titz wartet nach zwei Spielen noch auf seinen ersten Sieg. Vom eigenen Selbstverständnis sieht sich der Verein viel höher in der Tabelle.
Vor seiner Niedersachsen-Derby-Premiere: 96-Trainer Sandro Wagner. (Archivbild) Michael Matthey/dpa
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Doch mit acht Toren zählt das Team zu den in der Offensive schwächsten in der Liga. Der einzige derzeit einsatzfähige Angreifer ist Benjamin Källmann. Andere Sturm-Hoffnungen wie Lars Gindorf oder Benedikt Pichler müssen aktuell passen.
Hofft auf ein spannendes und friedliches Spiel: Eintracht-Trainer Lars Kornetka. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa
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