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Demos für und gegen syrischen Übergangspräsidenten

Scharfschützen, gesperrte Straßen und Demos: Wie der Berlin-Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa die Stadt beschäftigt.

Von dpa

30.03.2026

Aus Anlass des Berlin-Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa gab es Proteste. Elisa Schu/dpa

Aus Anlass des Berlin-Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa gab es Proteste. Elisa Schu/dpa

© Elisa Schu/dpa

Am Rande des Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin gingen Gegner und Unterstützer des Politikers auf die Straße. Zu einer ersten Protestaktion gegen den Besuch am Großen Stern kamen nach Angaben einer dpa-Reporterin am Morgen nur ein halbes Dutzend Menschen. Vor dem Auswärtigen Amt demonstrierten etwa 15 Menschen gegen den Politiker, dem sie unter anderem seine islamistische Vergangenheit und Gewalt gegen Minderheiten ins Syrien vorhielten. Auf dem Washington-Platz am Hauptbahnhof wiederum versammelten sich laut Polizei rund 150 Menschen, um ihre Unterstützung für Al-Scharaa zu bekunden. 

Scharfschütze am Schloss Bellevue

Die Polizei sichert den Besuch mit einem Großaufgebot ab. So war am Schloss Bellevue, wo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Morgen den syrischen Präsidenten empfing, mindestens ein Scharfschütze postiert. Etliche Straßenzüge im Regierungsviertel waren gesperrt, auf Umleitungsstrecken bildeten sich Staus. Auch Buslinien wurden umgeleitet. 

Die Polizei sicherte den Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit einem Großaufgebot ab. Kay Nietfeld/dpa

Die Polizei sicherte den Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit einem Großaufgebot ab. Kay Nietfeld/dpa

© Kay Nietfeld/dpa

Vor dem Bundeskanzleramt und dem Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz, wo al-Scharaa übernachtete, gelten laut Polizei Absperrungen und zeitlich unterschiedlich begrenzte Versammlungsverbote. Eine weitere entsprechende Verfügung der Polizei für den Bereich vor dem Schloss Bellevue lief inzwischen aus.

Gespräch mit dem Kanzler

Nach Gesprächen mit Steinmeier sowie im Auswärtigen Amt wurde al-Scharaa im Kanzleramt erwartet. Auf seinem Programm stand dort ein Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz. 

Die von al-Scharaa angeführte Islamistenmiliz HTS hatte Ende 2024 nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Anschließend wurde al-Scharaa zum Übergangspräsidenten ernannt und steuert das Land seitdem hin zu einer Öffnung und Annäherung an den Westen.

Der Politiker war am Sonntag in Berlin eingetroffen. In sozialen Medien kursiert ein Video, das zeigen soll, wie er in seinem Hotel von Anhängern bejubelt wird. Auch auf einem Video der syrischen Nachrichtenagentur Sana ist zu sehen, wie er in den Saal läuft und ihm das Publikum zujubelt.

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