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Berliner Polizei: keine vermehrten Aufrufe zu Schulblockaden

Der Unmut ist durchaus auch bei Schülerinnen und Schülern hierzulande groß. Bundesweit wird für einen Protesttag mobilisiert. Wie geht die Polizei damit um?

Von dpa

24.10.2026

Die Berliner Polizei im Einsatz bei einer Schülerdemonstration. (Archivbild) Sven Kaeuler/dpa

Die Berliner Polizei im Einsatz bei einer Schülerdemonstration. (Archivbild) Sven Kaeuler/dpa

© Sven Kaeuler/dpa

Der Berliner Polizei liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, dass in zunehmendem Maße zu Blockaden oder Protesten an Schulen aufgerufen wird. Das teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Polizei verfolge die aktuellen Entwicklungen im Kontext der Schülerproteste in Frankreich und Italien jedoch aufmerksam und analysiere deren mögliche Auswirkungen auf das Versammlungsgeschehen in der Hauptstadt. 

Das gilt auch für einen Protesttag in einer Woche, zu dem die Initiative „Gen Z steht auf“ in mehreren deutschen Städten aufruft. Die Berliner Polizei stellt sich nach eigenen Angaben auf einen umfangreichen Einsatz am 31. Oktober ein – auch mit Blick auf die Halloween-Nacht, in der die Polizei regelmäßig einschreiten muss. 

Die Polizei beobachtet Bestrebungen, die Thematik der Schülerproteste gezielt für eigene Interessen zu nutzen. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor der Gefahr, dass Schülerproteste in Berlin von „radikalen oder gar extremistischen Kräften“ instrumentalisiert werden könnten. 

Enge Abstimmung von Polizei und Schule

Am Freitag vor den Herbstferien in Berlin hatte die Polizei am Rande einer Demonstration an einem Gymnasium in Friedrichshain eine Gruppe von etwa 50 Menschen ausgemacht, die nicht der Schule angehörten. Während der Schülerprotest laut Polizei friedlich verlief, kam es in der anderen Gruppe zu Rangeleien mit der Polizei. Zudem wurde eine Anwohnerin verletzt.

Nach Angaben der Polizei erfolgte der Einsatz am 16. Oktober in enger Abstimmung mit der Schulleitung sowie einem Krisenstab, den die Senatsbildungsverwaltung einrichtete. „Die gewonnenen Erkenntnisse und auch das Geschehen am 16.10.2026 fließen in die fortlaufende Lagebewertung ein und werden bei Einsatzplanungen berücksichtigt“, teilte die Polizei mit.

Damit Schülerinnen und Schüler wissen, wie sie ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit nutzen können, bietet die Polizei Info-Veranstaltungen an. Dabei werden Jugendliche spielerisch an die Thematik herangeführt, indem sie beispielsweise selbst eine Demo vorbereiten, wie es heißt. Zudem erfahren sie demnach, wie Konfliktsituationen gelöst werden können und welche Gefahr es birgt, auch vermeintlich harmlose Waffen mit sich zu führen.