Alberts Abschiedsspiel? Rieras Zeit droht abzulaufen
Eintracht Frankfurt hat eine Saison zum Vergessen hinter sich. Ein Spiel gegen Stuttgart bleibt, dann dürfte die kurze Amtszeit von Trainer Riera enden.
Riera steht in Frankfurt vor dem Aus.Florian Wiegand/dpa
© Florian Wiegand/dpa
Markus Krösche schaffte Klarheit - für das anstehende Bundesliga-Finale gegen den VfB Stuttgart, aber im Prinzip auch für die Zeit danach. Denn der Sport-Vorstand garantierte den Verbleib von Albert Riera als Trainer von Eintracht Frankfurt nur für die kommende Woche bis zum Saisonende. Dann dürfte das passieren, was viele erwarten: die Beendigung eines Missverständnisses zwischen der Eintracht und dem Spanier.
Was Krösche sagt - und was nicht
„Er ist ein selbstbewusster Trainer. Er ist überzeugt von seinem Weg, von den Inhalten, die er bei einer Mannschaft haben möchte, und von der Art, wie er eine Mannschaft führt. Er ist letztendlich auch jemand, der seine Meinung auch äußert“, sagte Krösche in höchster Diplomatie bei Sky - das war noch vor dem 2:3 bei Borussia Dortmund.
Das war Dortmund gegen Frankfurt 🗞️
— Eintracht Frankfurt (@Eintracht) May 9, 2026
Die Eintracht hat in Dortmund das erste und das letzte Wort und zeigt gegen die Borussia zwei Merkmale, die sich durch die Saison ziehen. Im Guten wie im Schlechten.
Hier lesen: https://t.co/oGEeeIl1px#BVBSGE | #SGE pic.twitter.com/8NoVnRtxrU
Zu Rieras Zukunft ab dem Sommer sagte er nichts. Er räumte nach Nachfragen nicht einmal Differenzen zwischen ihm und dem Team aus. Das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/Sky) dürfte also zu einem besonderen Abschiedsspiel des impulsiven Spaniers werden.
Er selbst wirkte in der Woche des 33. Bundesliga-Spieltags und auch in Dortmund gelassen. „Meine Spieler werden bis zu meinem letzten Tag hier alles geben, mehr als hundert Prozent, das kann ich versprechen“, sagte Riera bei Sky. Das Problem sei nicht die knappe Niederlage beim BVB. „Man braucht Zeit, drei Monate sind eigentlich zu wenig“, erklärte der 44-Jährige, der in Frankfurt bis 2028 Vertrag hat.
Riera: „Entscheidung des Vereins“
Er hatte das Traineramt in Frankfurt Anfang Februar übernommen. Zuvor war Dino Toppmöller geschasst worden. In der Pressekonferenz in Dortmund betonte Riera auf die Frage nach seiner Zukunft: „Das ist nicht meine Entscheidung, sondern die des Vereins.“ Er könne nur die Mannschaft beeinflussen und sich darauf konzentrieren.
„Der Rest liegt nicht in meiner Hand. Aber ich habe das Gefühl, dass, wenn ich Zeit habe, es bei mir immer so war, dass nach drei oder vier Monaten der beste Moment kam. Ich brauche Vertrauen, ich brauche Zeit und dass wir alle an einem Strang ziehen.“ Das wird er in Frankfurt absehbar nicht mehr bekommen - was neben den fehlenden Resultaten auch an seinem Auftreten liegt.
Da war noch alles gut: Krösche und Riera.Marc Schüler/dpa
© Marc Schüler/dpa
Für die Spitze des verbalen Eisbergs sorgte Riera einen Tag vor dem HSV-Spiel, als er zu einer großen Medienschelte ausholte. Als „totalen Bullshit“ bezeichnete der Spanier übereinstimmende Medienberichte über einen angeblichen Zwist mit Nationalspieler Jonathan Burkardt.
Pfiffe von den Fans
Riera soll demnach ein Problem mit den vermeintlich hohen Körperfettwerten des Stürmers gehabt haben. Er soll aber nicht persönlich mit Burkardt darüber gesprochen, sondern Co-Trainer Jan Fießer vorgeschickt haben. Und auch mit den Fans hatte es sich Riera längst verscherzt. Als der Stadionsprecher vor dem Heimspiel gegen den HSV seinen Namen verlas, ertönten Pfiffe - die Unzufriedenheit war hörbar.
Die Eintracht steht vor dem Finale gegen den VfB bei 43 Punkten. In den vergangenen fünf Spielzeiten schnitt man nur in der Spielzeit 2021/22 punktemäßig schlechter ab - da schaffte das Team von Oliver Glasner allerdings in Sevilla den denkwürdigen Triumph in der Europa League und somit den Sprung in die Königsklasse. Auf so ein Happy End darf Albert Riera nicht mehr hoffen.