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Wende in Asien? Moderate Töne von Infantino-Kritiker

Dies dürfte den Infantino-Gegnern wenig gefallen. Per Brief wendet sich der Chef des Fußball-Verbands Asiens an den umstrittenen FIFA-Präsidenten und wirkt zu einer Zusammenarbeit bereit.

Von dpa

08.10.2026

Gianni Infantino (r) mit Salman bin Ibrahim al-Chalifa, Chef des asiatischen Fußballverbands.---/Xinhua/dpa

Gianni Infantino (r) mit Salman bin Ibrahim al-Chalifa, Chef des asiatischen Fußballverbands.---/Xinhua/dpa

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Die klare Front gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino in Asien scheint zu bröckeln. Nachdem sich zuletzt mehrere arabische Verbände im Machtkampf auf die Seite des umstrittenen Chefs des Weltverbands gestellt hatten, schlägt auch der Präsident des asiatischen Kontinentalverbands AFC moderatere Töne als zuvor an.

Es gehe im angestrebten Reformprozess nicht um eine grundlegende Neugestaltung des FIFA-Governance-Systems, heißt es in einem Brief von FIFA-Vizepräsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa an Infantino, der auch an die weiteren Chefs der Konföderationen ging. Es müsse vielmehr geprüft werden, ob die bestehenden Governance-Strukturen der FIFA gestärkt werden können. Dafür schlägt er eine interne Arbeitsgruppe vor. Der Brief liegt der dpa im Wortlaut vor, zuerst hatte „The Athletic“ berichtet.

Arabische Verbände unterstützen Infantino

Vor zwei Monaten hatte der Top-Funktionär aus Bahrain Infantino noch in einem gemeinsamen Schreiben mit den Chefs der Kontinentalverbände aus Europa (UEFA), und Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (Concacaf) scharf attackiert. Dies hatte unter anderem für Kritik aus Katar gesorgt. Diese Woche hatten 22 arabische Verbände, darunter 12 aus Asien, ihre Unterstützung für Infantino erklärt.

Infantino war nach einem letztlich gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten. Auch sein Führungsstil wird von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten. Darauf nimmt al-Chalifa nun Bezug und wirkt zu einer Zusammenarbeit mit Infantino daran bereit.

Europäische Verbände suchen nach Lösung

Der 56-Jährige führt den Weltverband seit 2016 an, beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat strebt er die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Dafür hatten ihm vor allem Verbände aus Europa sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) das Vertrauen entzogen.

Die UEFA-Spitze sowie die Präsidenten und Generalsekretäre der 55 UEFA-Mitgliedsverbände wollen am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin das weitere Vorgehen im Machtkampf im Weltfußball besprechen. Dass dabei bereits ein Gegenkandidat für Infantino ausgerufen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition Zeit, offiziell einen Bewerber zu benennen. Als möglicher Kandidat gilt Concacaf-Präsident Victor Montagliani aus Kanada. Öffentlich gehandelt wurden ebenfalls UEFA-Chef Aleksander Ceferin und Nasser al-Khelaifi, katarischer Präsident von Paris Saint-Germain - beide haben jedoch mehrfach alle Ambitionen von sich gewiesen.

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