Starke 73 Punkte: Dortmund zufrieden in lange Sommerpause
73 Punkte - das kann sich sehen lassen. Mit dem Meistertitel hat Dortmund dennoch nichts zu tun. Kann sich das in der neuen Saison ändern? Kovac äußert sich klar.
Niko Kovac freut sich auf den Urlaub.Carmen Jaspersen/dpa
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Nach dem gelungenen Saisonabschluss freute sich Niko Kovac erst einmal auf den Urlaub. „Ich bin ehrlich: Ich bin schon froh, dass der Stecker jetzt erst einmal gezogen wird, und ich jetzt Sachen machen kann, die ich sonst nicht machen kann“, sagte der Dortmunder Trainer. „Jetzt geht es in den Urlaub an den Strand, ein bisschen Boccia spielen, ein bisschen Karten spielen, ein bisschen relaxen, ein bisschen Spaß haben. Vor allem gut essen, gut trinken, gut schlafen, das werde ich mit Sicherheit nutzen.“
Mit aufgeladenem Akku geht es dann im Juli wieder in die Vorbereitung auf die neue Saison - und in den Angriff auf Bayern München? Nach Platz zwei und einer starken Ausbeute von 73 Punkten kann das Ziel eigentlich nur die deutsche Meisterschaft sein. Doch davon wollte Kovac nach dem 2:0 bei Werder Bremen nichts wissen.
Kovac bleibt realistisch
„Klar wollen wir uns verbessern, klar wollen wir den Abstand nach oben auch verkürzen“, sagte Kovac, „aber man muss auch realistisch bleiben. Die Bayern haben sehr viel mehr Geld, die Bayern haben viel mehr Superstars als wir. Wir sind eine gute Mannschaft, aber dass wir nächstes Jahr die Bayern angreifen, das sehe ich jetzt noch nicht so.“
Zu weit scheinen die Bayern national enteilt. Obwohl der BVB die fünftbeste Saison der Club-Historie spielte, liegen die Münchner 16 Zähler vor den Schwarz-Gelben. Ziel wird es daher in erster Linie sein, den Abstand zu den Teams hinter Dortmund in der Tabelle zu halten und sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Zudem darf es im DFB-Pokal und in der Königsklasse ruhig ein paar Runden weitergehen.
Ricken im Planungsmodus
Mit welchem Personal das gelingen soll, das liegt in den kommenden Wochen vor allem in den Händen von Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und vom neuen Sportdirektor Ole Book. Mit dem 19 Jahre alten Franzosen Joane Gadou von RB Salzburg wurde die Lücke von Niklas Süle in der Innenverteidigung bereits geschlossen. Nach Medienberichten zahlt die Borussia für Gadou knapp 20 Millionen Euro plus mögliche Boni.
Dennoch wird es im Kader noch weitere Bewegung geben, wenn auch kein ganz großer Umbruch zu erwarten ist. „Wir sind wirtschaftlich so gut aufgestellt, dass wir jederzeit handlungsfähig sind. Aber Kaderkontinuität hat auch seinen Wert“, sagte Ricken.
Offensive im Fokus
Vor allem in der Offensive dürfte es aber noch die eine oder andere Veränderung geben. Um Spieler wie Karim Adeyemi oder Serhou Guirassy gibt es immer wieder Wechselgerüchte, zudem sehen die Verantwortlichen im Spiel nach vorn noch Steigerungspotenzial. „Ein bisschen mehr Kreativität und Esprit nach vorn - das wird die Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate sein“, sagte Ricken.
Anders als Kovac werden sich die Verantwortlichen deshalb auch noch nicht in den Urlaub begeben. Ricken plant zudem eine Reise in die USA, um sich das eine oder andere Spiel und den einen oder anderen Profi anzusehen. „So wenig wie nötig, aber im Zweifel auch so viel wie möglich“, beschrieb Ricken die Transferpläne für den Sommer.
Für Felix Nmecha geht es nach der Saison zur WM in die USA. Carmen Jaspersen/dpa
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