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Derbysieg mit Makeln: Bayers holpriger Weg zur Königsklasse

Drei Spiele, drei Siege – das ist Bayer Leverkusens Plan für den Saisonendspurt. Warum der Derby-Erfolg trotz schwacher Vorstellung für die Champions-League-Hoffnung so wichtig ist.

Von Jana Glose, dpa

26.04.2026

Die Bayer-Spieler feiert mit den Fans den Sieg im Derby gegen Köln. Federico Gambarini/dpa

Die Bayer-Spieler feiert mit den Fans den Sieg im Derby gegen Köln. Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Ob der 2:1-Erfolg von Bayer Leverkusen beim 1. FC Köln verdient war oder nicht, spielte für die Beteiligten der Werkself nach dem Abpfiff keine Rolle. „Derbysieg, alles andere ist scheißegal“, befand Kapitän Robert Andrich nach der Partie. „Am Ende zählen die drei Punkte. Heute waren wir nicht die bessere Mannschaft beziehungsweise die besseren Chancen bei Köln“, räumte der Defensivspieler ein. 

Während für die Fans der Erfolg im Rhein-Derby vor allem für das Prestige zählt, hat der Dreier für Mannschaft und Verein mit Blick auf den Saisonendspurt und allen voran das Saisonziel durchaus sehr großes Gewicht. „Gerade jetzt in der Phase, wo wir viel darüber geredet haben, was ist noch drin und was ist nicht drin, ist es enorm wichtig. Vier Spiele, vier Siege und dann sind wir dabei bei der Champions League. Heute war einer davon“, betonte Andrich. 

Torwartfrage in Leverkusen offen

Nach der unglücklichen und späten 1:2-Niederlage trotz langer Überlegenheit und zahlreicher hochkarätiger Torchancen gegen den FC Augsburg vor einer Woche sah sich auch Trainer Kasper Hjulmand als durchaus glücklicher Gewinner: „Fußball ist manchmal ein bisschen verrückt. Letzte Woche haben wir 36 Torschüsse gemacht und verloren. Heute hatten wir Glück und einen guten Torwart“, sagte der Däne. 

Da Mark Flekken wegen muskulärer Probleme ausfiel, setze der Trainer zwischen den Pfosten auf den zuletzt wieder ins zweite Glied verdrängten Janis Blaswich. Mit zahlreichen starken Paraden bewahrte der Keeper seine Mannschaft mehrfach vor einem Gegentor. „Wir sind sehr, sehr froh mit unseren Torhütern. Wir werden nächste Woche sehen, was passiert“, sagte Hjulmand auf die Frage, wie es auf der Position nun künftig weitergehen wird. 

Unabhängig von der Torwartfrage wird in den verbleibenden drei Partien gegen Leipzig, in Stuttgart sowie gegen den Hamburger SV vor allem eine wieder konstant überzeugende Leistung gefragt sein, um die Chance auf die Teilnahme an der Königsklasse zu wahren. In Köln mangelte es der Mannschaft spürbar an Tempo, Energie und Ideen. Das war auch Hjulmand klar: „Natürlich müssen wir auch kritisch mit unserer Leistung sein“, erklärte der Däne.

„Topleistungen“ - Leverkusen im Endspurt gefordert

Für Andirch spielte auch die Belastung mit drei Spielen in sieben Tagen eine Rolle, darunter das Pokal-Aus beim 0:2 gegen den FC Bayern im Halbfinale am Mittwoch. „Die Woche hat schon gezehrt an uns“, sagte der 31-Jährige und blickte dennoch zuversichtlich auf den Saisonendspurt: „Gegen Stuttgart und Leipzig wird es ein komplett anderes Spiel. Dementsprechend werden wir die Sachen angehen und natürlich auch ansprechen, was heute nicht gut war.“ 

Dass für das Ziel Königsklasse eine Leistungssteigerung nötig ist, ist auch dem Sportchef klar: „Die Mannschaft weiß, dass wir besser spielen müssen und auch können. Wir müssen Topleistungen zeigen“, sagte Simon Rolfes mit Blick auf den Endspurt. Und auch Doppeltorschütze Patrik Schick gab die Richtung klar vor: „Wir müssen die letzten drei Spiele gewinnen. Die Hoffnung ist da, der Wille ist da. Ich hoffe, wir können das noch schaffen.“

Nicht immer zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft in Köln: Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. Federico Gambarini/dpa

Nicht immer zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft in Köln: Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

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