Fussball

China reagiert auf Mbappés Entschuldigung - Boykott bleibt

Eine Äußerung im Zusammenhang mit Chinas Revolutionsführer Mao Zedong bringt Fußballstar Kylian Mbappé unter Druck. Peking reagiert auf die Entschuldigung. Doch eine Frage bleibt offen.

Von dpa

28.10.2026

Fußballstar Kylian Mbappé hatte in einem Podcast-Interview gesprochen.Kin Cheung/AP/dpa

Fußballstar Kylian Mbappé hatte in einem Podcast-Interview gesprochen.Kin Cheung/AP/dpa

© Kin Cheung/AP/dpa

Der Ärger um Fußball-Superstar Kylian Mbappé nach seinen Äußerungen im Zusammenhang mit Chinas Revolutionsführer Mao Zedong reißt nicht ab. China hat die Entschuldigung des Stürmers von Real Madrid zur Kenntnis genommen, allerdings zunächst keine Pläne für eine Aufhebung des Boykotts durchblicken lassen. „Wir schätzen die Entschuldigung des Betroffenen“, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. Auf die Nachfrage, ob damit auch die Maßnahmen gegen den 27-Jährigen erleichtert würden, ging er jedoch nicht ein.

Chinesische Unternehmen hatten Werbepartnerschaften mit Mbappé gekündigt, Chinas Staatsfernsehen CCTV teilte unter anderem mit, keine LaLiga-Spiele mit Mbappé zu übertragen und auch keine Werbung mehr mit ihm zu zeigen.

Auch Real Madrid bat mittlerweile beim chinesischen Volk um Entschuldigung. „Unser Verein hegt tiefen Respekt für China, seine Geschichte, seine Kultur und seine Bürger sowie für die Millionen chinesischer Fans, die Real Madrid mit Zuneigung und Bewunderung begegnen“, teilte der Club mit. Die spanische LaLiga hatte bereits um Entschuldigung gebeten.

Staatsfernsehen sieht „rote Linie“ überschritten

Zuvor hatte das chinesische Staatsfernsehen eine Äußerung Reals zurückgewiesen und eine formelle Entschuldigung gefordert. „Wir finden, dass Mbappés unangemessenen Äußerungen das chinesische Volk verletzt haben, eine rote Linie überschritten haben und über den Rahmen der Meinungsfreiheit hinausgehen“, teilte die Programmleitung mit.

Was war passiert? Mbappé war in einem Podcast nach seinem Lieblings-Meme mit ihm selbst gefragt worden. Memes sind zum Beispiel Fotomontagen, die sich online schnell verbreiten. Als Antwort nannte der Weltmeister von 2018 ein Meme mit einem „Typen“, von dem er glaube, dass er ein „chinesischer Diktator“ gewesen sei, auf dem sein Gesicht montiert sei. Das bringe ihn am meisten zum Lachen, sagte er.

Gemeint war damit wohl eines von vielen Memes, das Mbappés Gesicht in einem bekannten Bild zeigt, das auf Mao Zedong zurückgeht. Kritische Inhalte zu Chinas politischen Führungspersönlichkeiten werden in der Volksrepublik online in der Regel scharf zensiert. 

Mbappé verliert Werbepartnerschaften

In der Folge kündigten zwei Getränkehersteller, ein Molkereiproduktfabrikant und die in China einflussreiche Social-Media-Plattform Xiaohongshu die Werbepartnerschaften mit dem Franzosen.

Einige Stunden nach dem Eklat bat Mbappé per Mitteilung in den sozialen Medien um Entschuldigung. Seine Bemerkung sei „taktlos“ gewesen, und er verstehe nun, die Menschen in China damit verletzt zu haben, erklärte er. „Ich entschuldige mich bei jedem, den meine Worte verärgert haben“, hieß es weiter.

Kylian Mbappé hatte eine Werbepartnerschaft mit einem Sportgetränkehersteller.Johannes Neudecker/dpa

Kylian Mbappé hatte eine Werbepartnerschaft mit einem Sportgetränkehersteller.Johannes Neudecker/dpa

© Johannes Neudecker/dpa

Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun kommentierte eine Frage zu einer Lösung des Boykotts nicht. (Archivbild)Johannes Neudecker/dpa

Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun kommentierte eine Frage zu einer Lösung des Boykotts nicht. (Archivbild)Johannes Neudecker/dpa

© Johannes Neudecker/dpa

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Fussball

zur Merkliste

BVB-Missbrauchsvorwürfe: Sechs Verfahren noch offen

23 von 29 Ermittlungsverfahren zu Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter von Borussia Dortmund sind eingestellt. Eine Wohnungsdurchsuchung blieb ohne belastende Funde.