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Mbappé verliert Werbedeals in China - und entschuldigt sich

Das Gesicht von Kylian Mbappé ist in China auf Getränkeflaschen und in der Werbung präsent. Nun beenden Firmen ihre Verträge. Grund dafür sind Podcast-Aussagen des Fußballstars. Was ist passiert?

Von dpa

27.10.2026

Kylian Mbappé hatte unter anderem eine Werbepartnerschaft mit einem Sportgetränkehersteller. Johannes Neudecker/dpa

Kylian Mbappé hatte unter anderem eine Werbepartnerschaft mit einem Sportgetränkehersteller. Johannes Neudecker/dpa

© Johannes Neudecker/dpa

Nach pikanten Podcast-Aussagen von Kylian Mbappé haben mehrere Großunternehmen in China die Zusammenarbeit mit dem französischen Fußballstar beendet. Unter anderem gaben die Firmen in ihren Mitteilungen an, keine Toleranz für Verhalten zu haben, das die Gefühle des chinesischen Volkes verletze. Auch Chinas Staatsfernsehen CCTV kündigte an, keine Werbung mehr mit dem Fußballer von Real Madrid zu zeigen und auch die Übertragung von Spielen der spanischen LaLiga einzustellen, wie die Staatszeitung „The Paper“ unter Berufung auf zuständige Stellen der staatlichen China Media Group (CMG) berichtete.

Sorgt Gespräch über Mao-Meme für die heftigen Reaktionen?

Was war passiert? Online kursierten Aussagen des Ausnahmestürmers aus dem Interview eines Podcasts. Darin wurde Mbappé nach seinem Lieblings-Meme mit ihm selbst gefragt. Memes sind zum Beispiel Fotomontagen, die sich online schnell verbreiten. Als Antwort nannte der Franzose ein Meme mit einem „Typen“, von dem er glaube, dass er ein „chinesischer Diktator“ gewesen sei, auf dem sein Gesicht montiert sei. Das bringe ihn am meisten zum Lachen, sagte der Weltmeister von 2018.

Tatsächlich gibt es online etwaige Memes mit Mbappés Gesicht, die ursprünglich auf ein Bild des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong zurückgehen. Mao genießt als Mitbegründer der Volksrepublik hohes Ansehen in China. Kritische Inhalte zu Chinas politischen Führungspersönlichkeiten werden in der Volksrepublik online in der Regel scharf zensiert - so auch in diesem Fall.

Mbappé: Meine Bemerkung war „taktlos“

Stunden nach den Ankündigungen meldete sich der Superstar auf der Plattform X zu Wort: „Kürzlich habe ich während eines Interviews auf ein Foto von mir selbst reagiert“, hieß es in der schriftlichen Mitteilung. Seine Bemerkung sei „taktlos“ gewesen, und er verstehe nun, die Menschen in China damit verletzt zu haben, erklärte er. „Ich entschuldige mich bei jedem, den meine Worte verärgert haben“, hieß es weiter.

Die Unternehmen selbst und Medien nahmen keinen direkten Bezug auf Mbappés Aussagen. Das chinesische Sportnachrichten-Portal Dongqiudi erklärte in einer Stellungnahme, Mbappés Äußerungen nicht übersetzen zu können, da sie China und das chinesische Volk verletzten.

Kritik aus Peking

Chinas Außenministeriumssprecher Guo Jiakun betonte, Worte und Taten, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzten, würden selbstverständlich auf gemeinsamen Widerstand aus allen Teilen der chinesischen Gesellschaft stoßen.

Mbappé hatte etwa mit einem im südchinesischen Shenzhen ansässigen Sportgetränkehersteller und einem in China für seine Milchprodukte sehr bekannten Unternehmen Werbepartnerschaften. Auch die Social-Media-Plattform Xiaohongshu - quasi das chinesische Instagram - kündigte ihre Kooperationen mit dem Stürmer, der in China viele Fans hat und häufig in der Werbung zu sehen war.

Große Verstimmung auch in Spanien

Der Fauxpas des Fußballstars löste in Spanien Unmut aus. Der Chef der spanischen Profi-Liga, Javier Tebas, verpasste dem Franzosen in seiner Entschuldigung an die Chinesen einen Rüffel. „LaLiga bedauert zutiefst die Äußerungen von Kylian Mbappé, die in China für Verärgerung und Kränkung gesorgt haben. Wir verstehen den entstandenen Schaden und möchten uns im Namen von LaLiga aufrichtig beim chinesischen Volk entschuldigen“, schrieb Tebas auf X. Man werde nicht zulassen, dass das „Verhalten eines Einzelnen“ ein „Verhältnis des Respekts, des Vertrauens“ mit China überschattet. Laut Tebas gibt es bereits Kontakte zu den Partnern in China, „um diese Situation zu überwinden“.

Die Reaktion einiger Medien ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. „Mbappé verursacht eine internationale Krise“, schrieb die Zeitung „Diario Público“. Das spanische Fachblatt „Marca“ titelte: „Tebas zieht Mbappé die Ohren lang.“

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