Warnstreiktag bei Awo in Kitas und Nachmittagsbetreuung
Im Tarifkonflikt bei der Arbeiterwohlfahrt NRW will Verdi vor der vierten Verhandlungsrunde den Druck erhöhen. Was Eltern machen können, wenn die Kita oder die Ganztagsschule des Kindes betroffen ist.
Bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) NRW hat Verdi zu einem Warnstreiktag aufgerufen.Rolf Vennenbernd/dpa
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Wegen Warnstreiks kann es heute in vielen Kinderbetreuungseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu Einschränkungen kommen, etwa in Kitas und in der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen. Im parallelen Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs sind hingegen keine neuen Warnstreiks angekündigt. Für diese Beschäftigtengruppe beginnt nun die dritte Verhandlungsrunde.
Die Gewerkschaft Verdi hat landesweit Beschäftigte der Awo NRW zu einem Warnstreiktag aufgerufen. In Trägerschaft der Awo befinden sich nach deren Angaben in NRW 840 Kitas und 519 offene Ganztagsschulen (OGS). Es könne zu Gruppenzusammenlegungen und Schließungen kommen, erklärte Verdi.
Wie die Gewerkschaft Dienstagmittag mitteilte, beteiligten sich 2.500 Awo-Beschäftigte am Warnstreik. In Köln, Bochum und Herford gingen Streikende auf die Straße. „Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende. Viele arbeiten täglich am Limit und wissen trotzdem nicht, wie sie ihre steigenden Lebenshaltungskosten bezahlen sollen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Susanne Hille.
Was empfiehlt das Familienministerium zur Kita?
Eltern sollten aufmerksam verfolgen, ob das Kita-Angebot des Kindes von dem Streik betroffen ist. Träger informierten auch über etwaige Notgruppen, um die Betreuung für Kinder sicherzustellen, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind. Dazu sollten Familien möglichst rasch Kontakt mit der Kita aufnehmen oder sich an das Jugendamt wegen alternativer Betreuungsmöglichkeiten wenden.
Was rät das Schulministerium zur Betreuung an Ganztagsschulen?
Eltern werden gebeten, die aktuellen Informationen der jeweiligen OGS zu beachten. „Für die Beschäftigten der Träger der außerunterrichtlichen Angebote, etwa in der OGS, sind die jeweiligen Träger vor Ort verantwortlich“, heißt es aus dem Ministerium. In den Betreuungsverträgen fänden sich häufig Regelungen zu unvorhergesehenen Ausfällen, wie etwa Notbetreuungen.
Worum geht es im Tarifkonflikt bei der Awo NRW?
Verdi fordert 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Außerdem erwartet die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage für Verdi-Mitglieder. Als völlig überzogen kritisierten die Arbeitgeber die Forderungen. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent. Die Arbeitgeber legten in der dritten Runde ein Angebot vor. Die vierte Runde ist für den 30. und 31. März geplant.
Laut Verdi ist die Awo mit rund 35.000 tarifgebundenen Beschäftigten einer der größten Träger sozialer Dienstleistungen in NRW.
Wie geht es im Tarifkonflikt kommunaler Nahverkehr weiter?
Im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs startet heute die dritte Verhandlungsrunde in Bochum. Während dieser drei Tage plant Verdi keine Arbeitsniederlegungen. Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. Warnstreiks legten den Nahverkehr in jüngster Zeit mehrfach lahm.
Mitarbeiter von AWO-Einrichtungen nehmen an einem Warnstreik in der Innenstadt teil.Rolf Vennenbernd/dpa
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