Sprit immer teurer - Regierung plant keine Entlastungen
Diesel hat sich binnen zwei Wochen um 23 Cent verteuert. Bei E10 ist es nicht mehr weit zu Rekordniveaus. Einen neuen „Tankrabatt“ oder andere Maßnahmen soll es aber vorerst nicht geben.
Tanken wird derzeit von Tag zu Tag teurer. (Archivbild)Harald Tittel/dpa
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Die Bundesregierung plant trotz der in den vergangenen zwei Wochen stark gestiegenen Spritpreise derzeit keine neuen Entlastungen für Autofahrer. Man habe Entlastungsmaßnahmen beendet, und momentan sehe man keine neuen Maßnahmen, sage Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin.
Er verwies auf Schwankungen des Spritpreises je nach Lage im Iran-Krieg und der Straße von Hormus. Damit werde man noch eine Weile leben müssen. Die Bundesregierung werde die Lage genau beobachten. Momentan gebe es aber keine Notwendigkeit für neue Entlastungen.
Seit Anfang Juli sind die Spritpreise stark gestiegen. Auch übers Wochenende ging es weiter nach oben, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 2,152 Euro pro Liter, Diesel 2,177 Euro pro Liter.
23 Cent in zwei Wochen
Bei beiden Kraftstoffen sind die Preise damit nun acht Tage in Folge gestiegen. Vergleicht man mit dem Preis vor zwei Wochen - damals hatten sich die Preise nach dem Ende des Tankrabatts ein wenig beruhigt - ist E10 derzeit 13,6 Cent teurer, Diesel sogar 23,1 Cent. E10 ist zudem nur noch rund 4 Cent von seinem Mehrjahreshoch rund um Ostern und gut 5 Cent von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2022 entfernt.
Wichtigster Treiber dürfte der seit Anfang des Monats kräftig gestiegene Ölpreis sein. Sollte die Entwicklung anhalten, könnten auch die bisherigen Preisrekorde bei E10 überschritten werden, heißt es vom ADAC. Diesel ist derzeit dagegen noch weit von seinem Rekord entfernt. Am 7. April hatte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,447 Euro gekostet.
Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung den Anstieg der Spritpreise dämpfte. Ende Juni hatten sie dadurch - und durch eine vorübergehende Entspannung im Nahen Osten - wieder ein ähnliches Niveau wie vor Beginn des Iran-Krieges erreicht. Diesel kostete vorübergehend wieder weniger als 1,80 Euro pro Liter.
Kosten von 1,6 Milliarden
Vertreter der Bundesregierung sowie der Koalitionsfraktionen haben aber bereits deutlich gemacht, dass es keine Neuauflage des Tankrabatts geben solle - auch unter Verweis auf die Kosten. Der Tankrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter kostete den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro. Vor allem in der SPD gibt es Forderungen, einen Spritpreisdeckel einzuführen.
Am Montagmorgen hat sich die Entwicklung der Spritpreise allerdings ein Stück weit beruhigt. Um 10.00 Uhr waren sowohl Diesel als auch E10 minimal billiger als zum selben Zeitpunkt am Sonntag.