Zweitägige Warnstreiks an sechs Unikliniken in NRW
Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder kommt es wieder im Gesundheitsbereich zu Einschränkungen. Verdi kündigt für Anfang der Woche Aktionen an.
Beschäftigte der Uniklinik Düsseldorf bei sich bereits an einem Warnstreik vor wenigen Tagen. (Archivbild)Volker Danisch/dpa
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Wegen Warnstreiks müssen Patienten an sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche mit Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi NRW ruft Beschäftigte zu zweitägigen Arbeitsniederlegungen auf.
Am Dienstag und Mittwoch
zum bundesweiten Branchenstreiktag von Verdi im Gesundheitswesen sind folgende sechs Kliniken in NRW betroffen:
- Uniklinik Aachen
- Uniklinik Köln
- Uniklinik Münster
- Uniklinik Bonn
- Uniklinik Essen
- Uniklinik Düsseldorf
Am Donnerstag
kann es laut Verdi NRW zu vereinzelten Aktionen an Unikliniken kommen.
Welche Auswirkungen hat das?
Bei den Warnstreiks in den vergangenen Tagen hatte Verdi NRW erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu rechnen sei. Per Notdienstvereinbarung sei aber gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden.
Verdi will Druck erhöhen
„Dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar kein belastbares Angebot vorgelegt hat, ist inakzeptabel. Für die Ausweitung der Warnstreiks tragen die Arbeitgeber die volle Verantwortung“, erklärte Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi NRW.
Um welche Berufsgruppen geht es?
An den Unikliniken geht es um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.
Wie weit liegen die Tarifparteien auseinander?
Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte.
Mitte Februar wollen beide Seiten in Potsdam abschließend aufeinandertreffen. Bis dahin dürften die bereits laufenden Warnstreiks weitergehen oder sogar ausgeweitet werden.
Auch Kliniken in anderen Bundesländern betroffen
Im Tarifstreit zwischen den Landes-Beschäftigten und den Bundesländern hat die Verdi für Dienstag bundesweit Beschäftigte an 22 Universitätskliniken zu Warnstreiks aufgerufen. An den meisten Standorten werde der Ausstand auch am Mittwoch fortgesetzt.
Notversorgung soll gewährleistet sein, geplante Operationen könnten verschoben werden. An Unikliniken soll in der kommenden Woche die Arbeit niedergelegt werden (Symbolbild)Daniel Karmann/dpa
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An der Uniklinik Düsseldorf gab es bereits Warnstreiks. (Archivbild)Volker Danisch/dpa
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