Politik Inland

Trump: ICE-Beamte am Montag an Flughäfen im Einsatz

Seit Wochen fehlt die Finanzierung für das US-Heimatschutzministerium - das verursacht auch lange Wartezeiten an Flughäfen. Nun macht der Präsident Ernst. Unklar bleibt, ob so Abhilfe geschaffen wird.

Von dpa

22.03.2026

US-Präsident Trump will, dass Beamte der umstrittenen Behörde ICE sich um die Sicherheit an Flughäfen kümmern. (Archivbild)Kyle Mazza, Kyle Mazza/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire/dpa

US-Präsident Trump will, dass Beamte der umstrittenen Behörde ICE sich um die Sicherheit an Flughäfen kümmern. (Archivbild)Kyle Mazza, Kyle Mazza/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire/dpa

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Angesichts des Streits um die Weiterfinanzierung des US-Heimatschutzministeriums will Präsident Donald Trump die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE an Flughäfen einsetzen. „Am Montag wird ICE an Flughäfen im Einsatz sein, um unsere großartigen TSA-Beamten zu unterstützen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Einsatz solle vom umstrittenen Grenzschutz-Kommandeur Tom Homan verantwortet werden.

Die Transportation Security Administration (TSA) ist an Flughäfen für die Sicherheitskontrolle von Passagieren verantwortlich und untersteht wie ICE dem Heimatschutzministerium. Auch der Katastrophenschutz Fema und die Küstenwache gehören dem Ministerium an. Trump hatte Homan im vergangenen Jahr mit der Oberaufsicht über seiner Abschiebepolitik betraut. Noch vor Trumps Antritt hatte Homan versprochen, in den ersten Tagen der Trump-Präsidentschaft seien Aktionen zu erwarten, die „Schock und Ehrfurcht“ hervorrufen würden.

Große Probleme an Flughäfen

Seit Tagen staut es sich an den Flughäfen des Landes: Passagiere etwa in Atlanta oder Houston warteten auch am Sonntag stundenlang auf eine TSA-Kontrolle und verpassten trotz genügend Pufferzeit ihre Flüge. Wegen der seit Mitte Februar andauernden Haushaltsblockade werden die Beamten derzeit nicht bezahlt, viele haben sich daraufhin krankgemeldet. Demokraten und Republikaner schieben sich seither gegenseitig die Schuld zu.

Passagiere warten in einer TSA-Schlange.Yuki Iwamura/AP/dpa

Passagiere warten in einer TSA-Schlange.Yuki Iwamura/AP/dpa

© Yuki Iwamura/AP/dpa

Bereits am Samstag (Ortszeit) hatte Trump den Einsatz vage angekündigt. Die Beamten sollen sich um die Sicherheit an den Airports kümmern, „besser als jemals zuvor“. „MACHT EUCH BEREIT“, schrieb er in Anführungszeichen. Trump wolle von der Entsendung absehen, sollten die Demokraten einlenken und doch noch ein Abkommen unterzeichnen. 

Gemeint dürfte damit der Haushalt für das Heimatschutzministerium sein: Mehrere Abstimmungen über ein neues Finanzpaket verfehlten die notwendige Mehrheit, damit fehlt die Grundlage zur Bezahlung einiger Einsatzkräfte wie der TSA.

Bekannt für rigoroses Vorgehen

Unklar bleibt weiterhin, was genau die ICE-Beamten an den Flughäfen machen sollen. Bei einem Einsatz an den Sicherheitskontrollen bleibt die Frage offen, ob die Beamten überhaupt die Körper- und Gepäckscanner bedienen und gefährliche Gegenstände klar identifizieren können. Zudem blieb zunächst ungeklärt, ob die Kräfte an allen US-Flughäfen oder nur an jenen mit besonders langen Warteschlangen oder chaotischen Zuständen eingesetzt werden sollen.

Lange Warteschlangen auf Flughafen in Houston. (Archivfoto)Michael Wyke/FR33763 AP/AP/dpa

Lange Warteschlangen auf Flughafen in Houston. (Archivfoto)Michael Wyke/FR33763 AP/AP/dpa

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Primär ist an US-Flughäfen die Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) für die Einreisekontrolle zuständig, während die Sicherheitskontrolle der Passagiere Aufgabe der TSA ist. ICE-Beamte kamen bislang vor allem im Landesinneren bei Abschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung zum Einsatz und gerieten aufgrund ihres rigorosen Vorgehens bei ihren Razzien in die Negativschlagzeilen. Anfang des Jahres starben zudem zwei US-Amerikaner, als ICE-Einsatzkräfte auf sie schossen.

In der Debatte um die Verhältnismäßigkeit, wie die ICE-Beamten etwa in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota vorgingen, war auf Kristi Noem in Bedrängnis geraten. Trump entließ die Heimatschutzministerin Anfang des Monats – auch, weil ihr eine millionenschwere Werbekampagne und eine angebliche Liebesaffäre zu einem ihrer engsten Berater zum Verhängnis wurden. Für sie soll nun der bisherige Senator Markwayne Mullin nachrücken, dem ein gemäßigterer Führungsstil nachgesagt wird.

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