Thüringen liegt bei Organspenden deutlich über Bundesschnitt
Thüringen übertrifft beim Organspenden den Bundestrend. Trotzdem warten 281 Menschen im Land weiter auf ein passendes Organ.
Im Osten Deutschlands sind die Spenderzahlen bei Organspenden besonders hoch. (Archivbild)picture alliance/dpa
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In Thüringen haben im vergangenen Jahr nahezu genauso viele Menschen ein oder mehrere Organe gespendet wie im Jahr zuvor. Wie aus vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht, spendeten 2025 insgesamt 35 Menschen nach ihrem Tod Organe - und damit eine Person weniger als 2024. Thüringen kommt so auf 16,8 Organspender pro Million Einwohner und lag deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,8.
Bundesweit erreichte die Organspende 2025 mit 985 Spenderinnen und Spendern den höchsten Stand seit 2012. Doch der Bedarf bleibt groß: Ende 2025 warteten nach Angaben der DSO 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan - davon 281 in Thüringen.
Bedarf bleibt hoch
„Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal“, sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Dennoch reiche dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. „Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin.“
Thüringen gehört zur DSO-Region Ost, die seit Jahren überdurchschnittliche Werte erzielt. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen 2025 zusammen auf 16,3 Organspender je eine Million Einwohner - 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. „Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert würden wie in dieser Region, wäre die Situation für wartende Patientinnen und Patienten spürbar besser“, sagte Rahmel.
Widerspruchslösung rückt erneut in den Fokus
Bundesweit komme es bei rund zwei Dritteln der Kontakte zwischen Krankenhäusern und DSO nicht zu einer Organspende - häufig, weil keine dokumentierte Entscheidung vorliege. „Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten“, erklärte Rahmel. Der DSO-Vorstand begrüße daher, dass politisch erneut über eine Widerspruchslösung diskutiert werde.
In Thüringen wurden im vergangenen Jahr 111 Organe entnommen, nach 100 im Vorjahr. In den Transplantationszentren des Landes wurden 93 Organe transplantiert, nach 104 im Jahr 2024.